April 2024

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde!

Das Jahr geht voran. Manchmal habe ich aber den Eindruck, es „geht“ nicht, es läuft. Oder rennt sogar. Das erste Viertel liegt bereits hinter uns. Und vor uns winkt der Aufbruch in einen blühenden, sprühenden Frühling.

Dennoch einen letzten Blick zurück in den diesjährigen Fasteloevend:

Eine meiner Lieblingssendungen in Zeiten des Frohsinns sind die „Kölner Schull- un Veedelszöch“ am Tulpensonntag. Wenn Kinder miteinander feiernd durch Köln ziehen und sich die Nachbarschaft gemeinsam verkleidet und einreiht. – Ja, „Jeck fängt!“ Positives Jecksein steckt an! Erst recht in unserem „Veedel“.

In den diesjährigen Schull- und Veedelszöch standen wieder einmal „Fantasie und Lebensfreude“ im Vordergrund. Menschen aller Farben feierten friedlich zusammen. Dem Motto entsprechend: „Wir feiern das Leben – jetzt erst recht!“

Die Waldorfschulen standen für ihr Motto: „Für die Herzensbildung braucht man keine Schwerter.“ Grundschulen forderten: „Kunterbunte Zebrastreifen“. Oder die Fähigkeit bei den Erwachsenen, ihnen auch einmal zuhören zu können („Opjepasst!“) Und außerdem – in ökologischer Abwandlung eines älteren Kölner Trinkliedes: „Pflanzt doch ene möt!“

Und wenn uns etwas noch nicht so gut gelingt? Dann heißt es: „Mer send am Optimieren draan!“

Was wir in das zweite Viertel 2024 unbedingt mitnehmen sollten? – Freude verbreiten und das Leben feiern! – Das ist nicht einfach, aber möglich.

Bleiben wir beim Beispiel der Kinder. In einer Krefelder Gesamtschule führte die Schulpädagogin die Schülerinnen und Schüler an einem sehr schönen Sommertag zu einer Baumgruppe im Schulgarten, um dort unter einem großen, alten Baum eine Fantasiereise zu beginnen.

Da lagen nun die Kinder der fünften Klasse entspannt im Kreis und lauschten ihrer Geschichte. Ein Lichtspiel von Sonne und Schatten warf die unterschiedlichsten Formen ins Gras. Alle genossen die Ruhe, die nur vom Zwitschern der Vögel untermalt wurde.

Den Inhalt der Fantasiegeschichte zu beschreiben, ist hier nicht wichtig. Der Weg ist das Ziel. Denn die Pädagogin der Schule erzählte aus ihrem Herzen und aus der Situation heraus. So werden manchmal Sternstunden geboren, in denen einfach alles stimmt: Die Natur, die Stille, die Kinder.

In der Abschlussrunde unter diesem majestätischen Baum konnten sie dann erzählen, wie sie sich in dieser Stunde gefühlt hatten. Giovanni, ein 11jähriger italienischer Junge, saß die ganze Zeit still und lächelnd im Kreis. Als die Reihe an ihm war, schilderte er seine Lieblingsfortsetzung der Geschichte.

Am Ende angelangt, lehnte er sich zufrieden zurück. Bis ihm plötzlich, nach einer kurzen Pause, eine Erkenntnis kam. Wie ein Funke brach es aus ihm heraus – offen, frei und selbstbewusst: „Ich bin so froh, dass es mich gibt!“

Ich bin so froh, dass es mich gibt! Verbreiten wir Freude – wie die Kinder. Und feiern wir das Leben!

Alles Gute für Sie und 3x „Heil und Humpen!“

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

März 2024

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde!

Wer von Ihnen annähernd im gleichen jugendlichen Alter ist wie die meisten unserer Creinvelt-Aktiven, kennt vielleicht noch das Lied „The Carnival Is Over“ von der australischen Folk-Pop-Gruppe „The Seekers“ aus dem Jahr 1965. Es war die Geschichte einer rauschhaften Liebe an den Karnevalstagen. Und dem „last goodbye“, dem endgültigen Abschied nach den tollen Tagen. „Herz-Schmerz-Anekdoten“ gab es natürlich zu allen Zeiten.

Aber, liebe Freundinnen und Freunde, dieser Song dient ja nur als Aufhänger für unseren Märzbrief an Sie. Denn mit Creinvelt hat er ja nicht wirklich zu tun. Andererseits: Auch unser Karneval ist für dieses Jahr vorbei. Und wir kennen bereits unsere beiden Sitzungstermine für die kommende Session. Es sind der 14. und 15. Februar 2025. Wir freuen uns sehr, wenn Sie Ihren verdienten Winterurlaub nicht auf dieses Wochenende legen würden.

Viele von Ihnen haben uns ihre Meinungen zu unseren diesjährigen Sitzungen verraten. Ihre Begeisterung geteilt, Kritik erläutert, Vorschläge gemacht. Manches lässt sich nicht verändern. Wir können das Seidenweberhaus und den Krefelder Hof nicht miteinander vergleichen – und sollten das auch nicht tun. Die Altbier-Stube, die Derby-Bar … beides gern genutzte Treffpunkte vor oder nach unseren früheren Sitzungen.

Jetzt aber müssen sich die Freundeskreise selbst organisieren und sich rechts oder links der Theke verabreden. Und dennoch: Wir sind Krefelds einziger großer Stube von Herzen dankbar, dass wir dort eine neue Heimat finden konnten.

Um nach vorne zu schauen: Die ersten Ideen für ein erfolgreiches Programm in 2025 sind gesät. Ganz vorsichtig können wir Aktive zuschauen, wie sie in den nächsten Monaten keimen werden. Schön.

Aber auch wir brauchen „Nachwuchs“. Die langjährigen Expertinnen und Experten unter Ihnen haben natürlich bemerkt, dass uns dieses Mal in der Mitte des ersten Teils eine sogenannte „Körmelsnummer“ fehlte. Also eine flachere Witz- und Gaga-Nummer zum Ablachen. So, wie es die „Drei Damen“ über viele Jahre gekonnt – und auf krie-ewelsch Platt – auf die Bühne brachten. Rüdiger Koch, eine dieser drei sympathischen Frauen, hat sich aufs Altenteil zurückgezogen. Vom letztjährigen Auftritt ist mir sein trockener Kommentar im Gedächtnis geblieben: „Oben fit und unten dicht – mehr brauch ich für mein Alter nicht!“

Eine solche Lachnummer täte uns auch im nächsten Jahr wieder gut. Und hier gibt es schon erste Ideen für eine neue „Körmelsgruppe“.

Übrigens: „Körmel“ – für Nicht-Krefelder erklärt – bedeutet so viel wie: „Ein Durcheinander, etwas Unaufgeräumtes“. Also etwas Strukturloses, Unorganisiertes. Mancher „Körmel“ liegt bei Hinz und Kunz auch unter dem Bett, auf der Kommode oder im Gartenschuppen. Auch das gehört zu Creinvelt. So wie Tiefgang, subtiler Humor und feiner Geist.

Na, jedenfalls möchten wir unsere bunte kabarettistische Palette auch in Zukunft beibehalten. Und bevor es im kommenden Jahr heißt: „The Carnival Is Over“, möchten wir wieder richtig durchstarten. Für Sie, für Euch – und für die Freude am Leben.

Denn Freude ist wichtiger als ein neues Hemd. Auch das ist eine Erkenntnis aus dem Krefelder Brauchtum. Und heißt übersetzt: Alles, was uns Freude macht, ist wertvoller als das, was wir besitzen.

In diesem Sinne – und op krie-ewelsch: „Maake mer os Freud vandaach!“

Und vor allem … häbbe mer vü-el Freud tusame!!!

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

Februar 2024

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde!

Noch steht der Karneval vor der Türe — aber Creinvelt ist schon wieder Vergangenheit. Obwohl... ich erinnere mich gerade an eine Kölner„Stunksitzung"
in den 1990er Jahren, als der Kabarettist Jürgen Becker noch Sitzungspräsident war. Ganz am Ende sang er ein sentimentales Lied mit den Zeilen
„... et es eröm, et es vorbei ..." Woraufhin alle Gäste konterten und lautstark anstimmten: „Jetzt geht's los! Jetzt geht's los!" Becker lachte — und verabschiedete sich in die Künstlergarderobe.

Zwei wundervolle Sitzungen liegen hinter uns. Sie alle, liebe Gäste, und unser lokales Motto „Kiek, dat es Krie-ewel!" trugen uns heiter und beschwingt durch unser vierstündiges Programm.

Unser früherer langjähriger Creinvelt-Ehrenvorsitzender Hanns Kockers liebte es, in seinem abschließenden Dank an unser Publikum auf der Bühne auszurufen: „Wir danken Ihnen allen für Ihren Applaus. Sie haben uns vier Stunden lang den roten Teppich ausgerollt, der uns Aktive zum Erfolg getragen hat." So oder so ähnlich sagte er es. Der „rote Teppich" wurde unter ihm zum geflügelten Wort unserer Gesellschaft.

Wer sich von Ihnen nach dem Sitzungsende schnellen Fußes ins Foyer begeben hatte, konnte am Rande der Theke ein Ritual beobachten, welches manche alten Creinvelter als unsere „heilige Tradition" bezeichnen: Unsere Absprache und interne kleine Feier nach jeder Veranstaltung. Im Parkhotel fand sie jahrzehntelang im Keller statt, genauer: in den Künstlergarderoben. Nur die Aktiven selbst, und am letzten Abend unsere Frauen, durften Zeuge sein beim Ritual einer eingeschworenen Gemeinschaft. Der Dank des Präsidenten und des Vorsitzenden an die Ratsherren und Ehrenspouljonges, die Maskenbildnerinnen, unseren eigenen „Nachwuchs", die Helferinnen und Helfer. Mit „Heil und Humpen!" und unserem Traditionslied „Der Art ist unser Trachten — allhie zu Creinvelt."

Und in diesem Jahr? Wollten wir einfach näher bei Ihnen sein, kein Geheimnis mehr um diesen Brauch machen, der uns über so viele Jahre ans Herz gewachsen ist. Creinvelt öffnet sich, und das ist gut so. Bald schon werden wir diese Session wohlwollend-kritisch beleuchten. Ideen säen, Konzepte entwickeln, in die Zukunft schauen. Denn nur noch drei Jahre, dann wird Creinvelt einhundert. Im Jahr 2027. Dann werden wir mit Stolz, Dankbarkeit und Freude zurückblicken. Auf 1927, als sich drei Abiturienten des Krefelder Arndt-Gymnasiums in der Wohnung ihres Lieblingsgastronomen trafen, um einen Verein zu gründen, der sich „Freude, Frohsinn, Fröhlichkeit" auf seine jungen Fahnen schrieb. Und sich mit der Heimatstadt Krefeld verbunden fühlte. So wie wir heute.

Als Jürgen Becker vor drei Jahrzehnten am Ende der Kölner „Stunksitzung" in einem herzberührenden Lied die letzten Zeilen sang: „... et es eröm, et es vorbei ...", schallte ihm aus tausend Kehlen sehr laut und rustikal entgegen: „Jetzt geht's los! Jetzt geht's los!"

Das gilt auch für uns: Die Creinvelt-Geschichte ist noch nicht geschrieben. „Eröm" ist es ja nur für diese Session. Aber morgen schon heißt es auch bei uns: „Vorbee es et bluoß vandaach!" Und übermorgen laut und rustikal: „Jetzt geht's wieder los!"

Bleiben Sie nicht nur unsere lieben Gäste, sondern von ganzem Herzen unsere heiteren Creinvelt-Freundinnen und -Freunde.

Mit 3x „Heil und Humpen!"

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp
Präsident

 

 

Januar 2024

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde!

Ein neues Jahr bricht an. Vielleicht mit den üblichen, gut gemeinten Neujahrsvorsätzen, oder den besten Wünschen von Haus zu Haus, auch mit Hoffnungen auf ein friedvolles Miteinander und eine weniger chaotische, unkontrollierbare Welt.

Wenn ich für einen Moment auf das vergangene Jahr und unsere Monatsbriefe zurückschaue, war der Juni 2023 der Zeitraum Ihrer größten Resonanz auf unsere Creinveltschreiben. Erinnern Sie sich an das Thema?

Im Juni stand das Lachen im Mittelpunkt. Manchem Lachen kann man sich nicht entziehen. Lachen ist ansteckend. Lachen macht frei. Und: Lachen ist gesund! Humor hat eine heilsame Energie.

Wir Erwachsene leiden an einem Defizit: Wir lachen zu wenig.

Aber bald schon ist Schluss mit „Nicht-Lustig“. Denn Creinvelt findet statt. Am Ende dieses Monats. Genauer: Am 26. und 27. Januar um 19 Uhr im Krefelder Seidenweberhaus.

Und noch ein Rückblick: Im vergangenen Jahr zogen wir Creinvelter vom Parkhotel ins Seidenweberhaus um. Und die Resonanz der Geschäftsführung und des netten Bedienungspersonals war eindeutig. Sie gaben ein großes Kompliment an unsere Gäste weiter. Was sie sagten: So freundlich wie Sie waren wenige Besucherinnen und Besucher anderer Veranstaltungen. Und so sauber wurde der Saal nur selten verlassen. – Eine Randnotiz. Aber nicht unwichtig.

Und nun schaue ich mit Ihnen nach vorne. Lassen Sie uns gemeinsam lachen. Lachen verbindet. Und eine heitere Gelassenheit macht unser Leben leichter. Wir alle können die Welt nicht retten. Aber wir können gemeinsam, wenigstens hin und wieder, das Leben feiern. Und uns selbst. Ganz bestimmt auch auf unseren Creinvelt-Sitzungen.

Noch eine weitere Exkursion zum Thema „Lachen“ … Bei Wikipedia ist nachzulesen: „Das Lachen ist eine besondere Atmungsbewegung, bei der die Ausatmung in mehreren schnell hintereinander folgenden Stößen ausgeführt wird.“ Gut, das ist natürlich so. An anderer Stelle heißt es: „Lachen entfaltet nicht nur, aber vor allem in der Gemeinschaft mit Mitmenschen seine Wirkung.“ Wie schön!

Fast schon philosophisch mutet der wissenschaftliche Kontext an, in dem zu lesen ist: „Aus sozialpsychologischer Sicht ist exzessives, enthemmtes Lachen geradezu ein Triumph des Körpers über die Dominanz des Verstandes.“ Der Kölner Kabarettist Jürgen Becker hätte an dieser Stelle wahrscheinlich ausgerufen: „Das zu lesen ist immer wieder herrlich!“

Nun gibt es auch andere Meinungen. Denn der griechische Philosoph Platon (427-347 v.Chr.), Schüler des Sokrates, war dem Lachen gegenüber äußerst skeptisch eingestellt, denn er betonte: „Lachen ist eine Verzerrung der menschlichen Gesichtszüge, die man besser in ihrem natürlichen Ernst belassen sollte.“ Entsprechend ernst – oder auch „ührig“ (nicht böse gemeint) – sieht er auf seinen Marmorbüsten auch aus …

Diese Reaktion erhoffe ich aber nicht für Ihren Besuch bei Creinvelt. Ja, jetzt stellen Sie sich doch bloß mal vor: Wir machen „Spüek“ (Späße) auf der Bühne, lachen uns am Ratstisch „scheckig“ über unsere Aktiven – und niemand von Ihnen da unten im Saal oder oben auf der Empore verzieht eine Miene. Und belässt die Gesichtszüge in ihrem „natürlichen Ernst“. – Mir stünde der Schweiß auf der Stirne, unsere Akteure vergäßen vor lauter Irritation ihren Text, die Stimmen verlieren ihr Volumen … Nicht auszudenken. Vergessen wir also Platon und zitieren vorsichtshalber seinen Schüler Aristoteles (384-322 v.Chr.), der dem menschlichen Lachen wieder mehr abgewinnen konnte und fröhlich betonte: „Lachen ist eine körperliche Übung von großem Wert für die Gesundheit.“ Na denn: Ein Prosit auf Aristoteles!

Lachen wir gemeinsam, wenn es in wenigen Wochen bei Creinvelt heißt: „Kiek, dat es Krie-ewel!“ Wir freuen uns riesig auf Sie. Und lachen schon mal im Voraus bei unseren Trainings und Proben.

Auf Sie alle ein herzliches „Prosit Neujahr!“ und 3x „Heil und Humpen!“

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

 

Dezember 2023

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde!

Manchmal gibt es schöne Überschriften für Veranstaltungen, die unsere Heimatstadt und ihre Mundart aufgreifen und sie den Gästen näher bringen wollen. So hatten die Krie-ewelsch-Platt-Jonges Theo Versteegen und Dr. Wolfgang Schmölders im Herbst zu einem Mundartnachmittag eingeladen. Thema: „Ich segg et öch!“

Ist uns nicht eingefallen. Hätte aber auch auf Creinvelt gepasst. Vielleicht mit Abwandlungen: „Ich seng för öch!“, „Ich speel för öch!“, undsoheiter.

Und überhaupt, möchte ich sagen, sollten alle Krefelder, die noch Mundart spre-äke oder verstonn, tusame halde. Auf Dauer wird sie ihren Platz wohl nicht in dem Maße behaupten können, wie die köllschen Tü-en. Denn dahinter steht die geballte Kraft einer ganzen Stadt, vor allem die Bandbreite der heimischen Musik-Gruppen und die Riesenbedeutung des köllschen Fastelaers.

Aber solange es geht, möchten wir bei Creinvelt unser „Krie-ewelsch Platt“ hochhalten. Zumindest in einigen Reden und Gesängen. Oder im jeweiligen Jahresmotto unserer Veranstaltungen. Eben wie 2024: „Kiek, dat es Krie-ewel!“

Nun liegt ein Monat vor uns, der schöner nicht sein kann. In der ersten Hälfte – mitten in der Adventszeit – trainiert Creinvelt besonders intensiv. Wir versammeln uns zu unserer Vorstellprobe, geben grünes Licht – oder bitten den Literarischen Rat, an dieser oder jener Stelle mehr „Butter bei de Fisch“ einzufordern.

Und dann ist schon Weihnachten. Und auch Creinvelt ruht vom 24. Dezember bis 2. Januar. Es dominieren Kerzenschein und Tannenbaum, Spekulatius und Marzipan. Und Kindheitserinnerungen aller Art steigen auf. Zu Hause, im trauten Heim.

Am Ende eines turbulenten Jahres möchte Creinvelt sich ganz herzlich bei Ihnen, bei Euch bedanken. Für Mitgliedschaft und Treue, für Werbung im Freundeskreis, für kritische Begleitung und wohlwollende Unterstützung. Selbstverständlich auch für Eure Buchung neuer Mitgliedskarten für eine unserer Sitzungen am 26.und 27. Januar. (Nebenbei: Es gibt noch freie Plätze.)

Eines werden wir aber nicht tun: Das „Danke-Lied“ für Sie singen. Das war schon mal vor vielen Jahren als Finale-Lied vorgeschlagen worden. Wir versuchen es dann doch etwas fetziger. So, dass unsere Bläser nochmals richtig gefordert sind. Und es Sie von den Sitzen reißt. Im Creinvelt-Finale mit Pauken und Trompeten.

Ein Finale wie ein Jahresende: Feurig und stimmungsvoll, ausdrucksstark und optimistisch.

Kommen Sie gut durch den letzten Monat des Jahres.

In diesem Sinne: Eine leuchtende Adventszeit – und 3x „Heil und Humpen!“

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

November 2023

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde!

Hat Ihre Kartenbestellung über unsere Website gut geklappt? Wir hoffen sehr, dass sich diese Form der Online-Buchungen langfristig bewährt, und Sie nicht über Gebühr belastet werden. Bitte werben Sie weiter in Ihrem Familien- und Freundeskreis für unsere Veranstaltungen am 26. und 27. Januar 2024. Denn die Aussage: „Bei Creinvelt sind alle Karten schnell vergriffen. Da hast Du keine Chance!“, stimmt so einfach nicht (mehr). Noch gibt es genügend freie Plätze. Also: Einfach Werbung machen und zugreifen.

Heute erinnere ich an unser Motto 2024: „Kiek, dat es Krie-ewel!“

In der „Feuerzangenbowle“, dem Filmklassiker mit Heinz Rühmann, wählt der zerstreute Professor Bömmel (Paul Henckels) im Physikunterricht die Worte: „Da stellen wir uns mal ganz dumm…“ Er wollte die Funktion der Dampfmaschine erklären.

Ich glaube, da sind wir in der Erklärung des Namens unserer Heimatstadt Krefeld schon weiter. Denn „Krefeld“ stammt natürlich von den Krähen auf dem Felde. Viel Feld, Wald und anderes Grün hatten wir immer schon am Rande unseres Städtchens. Also „drömheröm“.

Eine erste Urkunde aus dem Jahr 1105 nennt einen Ort „Krinvelde“. Daraus entwickelten sich folgende Namen:

1166 Creinvelt (!), 1179 Crevelt, 1220 Crenvelt, 1226 Creynvelt, 1260 Creivelt, 1462 Creveldia, um 1800 Crefeld und schließlich 1925 Krefeld.

Wie wir nachlesen können, wurden andere Theorien zur Herkunft unseres Stadtnamens inzwischen verworfen.

Jenau so isset. Heute also „Krefeld“. Oder, wie es in unserer Mundart heißt: „Krie-ewel“. Auch in unserem Motto: „Kiek, dat es Krie-wel!“

Da tut auch nichts zur Sache, dass es anscheinend modern ist, zu besonderen Gelegenheiten wieder das „große C“ an den Anfang zu stellen. Wie in CCC, dem „Comitée Crefelder Carneval“.

Egal, ob „K“ oder „C“: Hauptsache, wir haben Freude zusammen. Oder, wie es bei uns zur Verdeutlichung heißt: „Ferkesfreud tusame!“ Denn der Rheinländer als solcher neigt ja sowieso zu Übertreibungen. Allerdings – im Gegensatz zu „Fake News“ – beinhaltet die Übertreibung immer einen wahren Kern. Wir Niederrheiner bleiben also im Besitz der Wahrheit, „könne de Wohrret äwwer herrlich ü-ewerdriewe“. Auch der „Wenkmaker on Schuumschläjer“ wird an den Theken unseres Vertrauens akzeptiert, solange ein Körnchen Wahrheit in seinen Thesen enthalten ist. So isset bee os am Niederrhein. Die Kunst des Superlativs haben wir schon immer mit Freude beherrscht.

In diesem Sinne: Übertreiben Sie ruhig. Und bleiben Sie heiter!

Mit einem dreifachen „Heil und Humpen!“

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

 

Mitgliedskarten für 2024

 

Ein Sonderschreiben von Creinvelt 1927 e.V.

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

bald ist es wieder soweit: Am Samstag, 21. Oktober 2023, öffnet exakt um 10 Uhr morgens unser Eventim-Portal für Sie und Ihre Kartenwünsche.

Weiter unten im Schreiben finden Sie die von uns vorgeschlagene, einfachste Vorgehensweise.

Lassen Sie uns am 26. und 27. Januar 2024 wieder gemeinsam feiern. Das sind die Daten unserer beiden Veranstaltungen im Krefelder Seidenweberhaus. Freitag oder Samstag – suchen Sie sich Ihren Vorzugstermin selber aus. Und so geht es:

Am besten gehen Sie (oder jemand, der Sie dabei unterstützt) am Samstag, 21. Oktober, ab 10 Uhr auf unsere Webseite https://creinvelt.de.

Dort finden Sie schnell die Rubrik Mitgliedskarten und Veranstaltungen“. Auf dieser Seite klicken Sie auf Ihren Wunschtermin – gegebenenfalls auch für Ihren Freundes- oder Familienkreis.

Im sich dann öffnenden Ticketshop wählen Sie unbedingt den „Saalplan“ aus. Denn nur dann sehen Sie alle zur Verfügung stehenden Plätze und können nach Belieben bis zu 20 Karten für sich und andere buchen und bezahlen. Fertig!

Es kann natürlich sein, dass gerade zum Verkaufsstart die Nachfrage nach den Tickets besonders groß ist. Auch wenn die Server zu glühen beginnen, bleiben Sie einfach am Ball. Manchmal scheint es nämlich nur so, als ob Ihre Lieblingsplätze schon belegt sind. Es kommt öfters vor, dass Interessenten sie zeitlich kurz vor Ihnen im Saalplan anklicken und reservieren, sie aber vor dem Bezahlen wieder frei geben. Dann bleiben sie für 15 Minuten gesperrt – und tauchen spontan wieder als „verfügbar" auf. Schauen Sie also gerne zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf den Buchungsplan.

Im Anschluß können Sie sich Ihre Veranstaltungskarten herunterladen und ganz einfach ausdrucken. Digital fortgeschrittene Gäste können auf einen Ausdruck verzichten. Es reicht auch, wenn der auf dem Ticket befindliche QR-Code beim Einlass auf dem Smartphone vorgezeigt werden kann.

Natürlich ist dieser Termin (21. Oktober ab 10 Uhr) nur der Start für den Erwerb unserer Mitgliedskarten. Jederzeit – bis einen Tag vor der jeweiligen Veranstaltung – können Sie nachbuchen und Ihre Anzahl für Freunde, Verwandte und Nachbarn aufstocken.

Ein Tipp: Auch auf dem Balkon gibt es hervorragende Sitzplätze. Von dort ist der Blick meist unverstellt auf die große Bühne möglich. Eine Einschränkung: Der Zugang ist nicht mit dem Aufzug, sondern nur über eine Treppe möglich.

Und selbst hinten auf den „billigen Plätzen“ sind Sicht und Ton einwandfrei, wie uns viele Gäste, die dort gesessen haben, bestätigten.

Gerade unseren älteren, langjährigen Mitgliedern muten wir mit der Online-Buchung einige neue Wege, vielleicht auch einige Unbequemlichkeiten zu. Wir sind umso dankbarer, dass Sie dieses neue Verfahren auf sich nehmen und Creinvelt auch weiterhin durch Ihre Mitgliedschaft unterstützen.

Es ist nicht übertrieben: Nur durch Menschen, die wie Sie zu unseren treuen Freundinnen und Freunden zählen, können wir unsere kreative „Arbeit“ für unsere Heimatstadt und unser Brauchtum fortsetzen. Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen.

Alles Gute für Sie – und 3x „Heil und Humpen!“

 

Unterschrift Rupp sw                                  Unterschrift Schumacher sw

Dr. Georg „Schorsch“ Rupp                              Dr. Hermann Schumacher

Präsident                                                            Vorsitzender

Bei Fragen schreiben Sie bitte an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Oktober 2023

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde!

Da sitze ich doch gerade vor meinem PC – und mir fehlt die „zündende Idee“ für diesen Monatsbrief. „Das gibt es doch nicht!“, höre ich Sie erstaunt ausrufen. Und: „Der Schorsch hat keine Idee???“ – Ja, tut mir leid. Jenau so isset. – Kann passieren. Die Muse küsst einen nicht jeden Tag.

Aber halt! Wenn schon keine Ideen sichtbar werden, dann doch ein paar Früchtchen am Baum der Erkenntnis. Wie zum Beispiel die Ansage: „Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.“ (Hesiod, griechischer Dichter, 715-650 v.Chr.) Und wir Creinvelter können ja erst ernten, wenn wir Sie überzeugt haben, Ihre Mitgliedskarten zu buchen und zu uns ins Seidenweberhaus zu kommen.

Und bald ist es ja soweit! Am Samstag, 21. Oktober 2023, öffnet exakt um 10 Uhr morgens unser Eventim-Portal für Sie. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht mehr. Auch keinen persönlichen Vorverkauf in der Gaststätte Nordbahnhof wie vor einem Jahr.

Es bleibt dabei: Genau um 10 Uhr öffnen sich die Türen für Ihre Online-Buchung. Gehen Sie dazu am besten auf unsere Website https://creinvelt.de

Dort finden Sie schnell die Rubrik „Mitgliedskarten und Veranstaltungen“. Auf dieser Seite klicken Sie Ihren Wunschtermin an und wählen im sich öffnenden Ticketshop unbedingt „Saalplan“ aus. Nur dann sehen Sie alle noch zur Verfügung stehenden Plätze und können nach Belieben buchen. Jedoch nicht mehr als 20 Karten auf einmal. Aber die allermeisten von Ihnen kennen das ja schon aus der letzten Session. Der gut gefüllte Saal an beiden Abenden im Februar hat uns gezeigt, dass wir alle noch dazulernen können.

Und jetzt ist doch ein Thema aufgetaucht. Nämlich: „Vorfreude“! – Ja, ist das nicht ein schönes Wort?! Vorfreude auf Creinvelt 2024! Es ist ja nicht nur ein Abend. Es ist eine Zusammenkunft von Freundinnen und Freunden. Ein gemeinsames Fest. Eine unvergleichliche Veranstaltung in unserer Heimatstadt. Denn vergleichbar sind wir sicher nicht. Es gibt nur ein einziges Creinvelt. Das können wir mit Stolz und großer Dankbarkeit behaupten.

Über die Vorfreude lässt sich mit dem österreichischen Lehrer und Dichter Ernst Ferstl sagen: „Die Vorfreude ist der Sonnenschein von morgen.“ Sie ist natürlich auch die schönste Art des Wartens. Oder, wie es ein unbekannter Poet mit Vorfreude auf Herbst und Winter formulierte: „Mein liebstes Wintergemüse ist nach wie vor die Marzipankartoffel.“ Gut, da ist natürlich viel Augenzwinkern am Werk. Aber die Kunst, sich als Vorgeschmack auf etwas zu freuen, ist nicht jedem gegeben. Umso wichtiger, einmal innezuhalten und sich klarzuwerden: Wir können uns auf etwas freuen, was heute noch in naher oder ferner Zukunft liegt. Diese Eigenschaft sollten wir pflegen. Sie tut uns gut. Freude, auch die Vorfreude, ist ein Segen in der heutigen Zeit. Wohltat. Nahrung. Lebenselixier.

Und deshalb rufen Sie mit mir doch heute einmal ganz bewusst und fröhlich unseren Creinvelt-Gruß aus: Heil (steht für Glück und Gesundheit!) und Humpen (steht für ein zylinderartiges Trinkgefäß mit ergiebigem Inhalt).

Oder, frei übersetzt: „Maake mer os Freud! On Prosit op dat Le-äwe!“

In diesem Sinne: Buchen Sie schnell. Und 3x „Heil und Humpen!“

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

September 2023

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde!

Haben Sie eigentlich einen „Lieblingsmonat“? Oder eine Lieblingsjahreszeit? Wahrscheinlich schon. Die meisten von Ihnen wohl eher den Frühling oder Sommer. Es gibt aber auch andere Vorlieben. Den bunten Herbst. Den Dezember mit Weihnachten. Den Januar und Februar mit Creinvelt? – Nein, wahrscheinlich nicht. Obwohl … wenn es Creinvelt nicht gäbe, wären die ersten beiden Monate des Jahres nur Winter. Und oft schmuddelig. Da unterbrechen wir doch das manchmal triste Einerlei, wenn sich die „usseligen Wochen“ ziehen.

Der September ist für uns Creinvelter zwar in der Regel kein Lieblingsmonat – aber jetzt geht es wieder los: Gedanken stürmen durchs Gehirn. Ideen werden gezeugt. Umsetzungen geboren. „Ich hätte da mal einen Vorschlag …“, oder: „Sollen wir zwei uns einen Bühnendialog überlegen?“ So oder ähnlich läuft jetzt die Kommunikation.

Manches davon können Sie in unseren Sitzungsheften nachlesen. Im Grunde sind sie ja Sammlerobjekte. Ohne Wert im antiquarischen Markt, aber Zeitzeichen Krefelder Brauchtumskultur. Zeigen sie doch unser Sitzungsgeschehen – und „dat janze Drömheröm“.

2015 hatten wir beispielsweise das Motto: „Krie-ewel ens kieke, wat kömmt!“ Auf dem Titelbild eine Wahrsagerin mit „drittem Auge“ auf der Stirn, die in eine Glaskugel schaut. Drumherum gruppiert die Themen: „P&C-Neubau, Behnisch-Passage, Werkkunst-Schule, Glasdach Ostwall, OB-Wahl 2015“.

An manchen Dingen kauen wir noch heute herum: P&C baute nicht, das Ostwall-Glasdach bleibt unvollendet, und etliche Leerstände sind im Behnisch-Haus zu besichtigen. Immerhin: Es scheint voranzugehen. Krefeld hat viel vor. Und wir alle hoffen, dass wir im kommenden Jahr unser neues Creinvelt-Motto stolz ausrufen können. Sie wissen, es heißt: „Kiek, dat es Krie-ewel!“ Mut zum Aufbruch und zur Heimatliebe stecken darin.

Und weil es so schön ist, finden Sie in fast jedem unserer Sitzungshefte auch Texte in Mundart. Zum Beispiel krie-ewelsche Ledsches. Manchmal spielte da auch klares Wasser eine Rolle, wie in der letzten Zeile des stadtbekannten Liedes „Wir send alles Krie-ewelsche Jonges!“ zu hören ist. Denn der Text geht so:

„Wir send alles Krie-ewelsche Jonges,

weä wat well, dä lott mar komme!

Knöppel enne Hank, Fläsch enne Täsch,

wenn we kinne Knöppel hant, dann haue we möt die Fläsch.

Ös die Fläsch jeplatzt, send we all verratzt.

Leäwe oder steärwe för i-ene Jrosche Schnaps.“

Also klares Wasser … - robust ging es schon zu in unserer Mundart. Und die Schreibweisen unterscheiden sich bis heute. Was wir am Text auch feststellen können: Die Alten hatten mit dem Gendern noch nichts an der Creinvelt-Kappe. Deshalb also „nur“ die Krie-ewelschen Jonges, kinne Mäddsches.

Sehen wir es sportlich: Dabei hilft vielleicht unser Motto aus dem Jahre 1986: „Tausend und einer lacht“. Wie schön!

In diesem Sinne: 3x „Heil und Humpen!"

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

 

August 2023

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

der 1. August trennt die letzte Juliwoche von der ersten Augustwoche. Klar. Das lohnt sich hier gar nicht hinzuschreiben.

Aber beide Wochen gelten in der Regel als die heißesten zwei Wochen des Jahres. Das ist so, wenn der „Hundsstern Sirius“ der Sonne am nächsten steht. Hundstage eben. Im Normalfall.

Der 1. August trennt aber auch Creinvelts Sitzungsperioden: Sechs Monate liegen unsere beiden Veranstaltungen nun zurück. Und in weiteren sechs Monaten stehen wir wieder auf der Bühne des Seidenweberhauses.

Wie schön, dass aus zwei Hälften etwas Ganzes, Rundes werden kann. Eine Einheit. Manchmal sogar etwas Vollkommenes, das sich auch in einem Creinvelt-Motto wiederfinden kann.

Ein solches Motto voller Harmonie hatten wir im Jahr 1990 gewählt. Mehr noch: Ein Urgefühl drückte es aus, eine innere Heimat. Runder geht es nicht mehr. Unser Motto 1990 hieß: „De Welt en’t Blöske“. Was so viel bedeutet wie „wunschlos glücklich zu sein“.

Der vor über fünfzig Jahren verstorbene Creinvelt-Zeichner und -Karikaturist Paul Keller hatte schon nach dem Ende des 2. Weltkriegs ein stimmungsvolles Gemälde fertig gestellt. Es zeigt zwei staunende Kinder, die in eine runde Blase schauen, die sie ganz vorsichtig, fast scheu, in ihren Händen halten. Sie haben „De Welt en‘t Blöske“. (Wenn Sie neugierig auf das Gemälde von Paul Keller sind, gehen Sie auf unsere Website www.creinvelt.de, schlagen die Seite „Mitgliedskarten und Veranstaltungen“ und dort die „Titelseiten unserer Sitzungshefte/1990“ auf.)

Dieser Krefelder Ausspruch steht auch für ein oft kindliches Glücklichsein. Wer früher in Krefeld eine kleine Menge loser Waren einkaufte, bekam sie entweder in „en Tüt“ oder in „en Bloes“ gesteckt. Auf der Kirmes gab es die „Mandelebloes“ für die gebrannten Mandeln. Und die „Brockebloes“ für Süßigkeiten. Wer „Brocke“ oder „Mandele“ bekam, der hatte „de Welt en’t Blöske“.

Und unser Freund Horst Krischer schrieb 1990 das Lied vom Kleingarten:

„De Welt en’t Blöske!“ Der Text ging so:

„Wir häbbe de Welt en’t Blöske,

send wir em Schreberjard.

Wir fahre net en Urlaub,

dat send wir lang all satt.

Auf eijener Liegewiese,

am Teich möt FKK.

Jetränke jövt et hi-et on kalt

ut oser Laubenbar.“

Einheit, Harmonie, Vollkommenheit …

So war das Creinvelt-Motto im Jahr der deutschen Wiedervereinigung. Mer hadde „de Welt en’t Blöske“.

Bleiben Sie uns gewogen.

Einen schönen Sommer und 3x „Heil und Humpen!“

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

 

Juli 2023

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

haben Sie den Brief vom vergangenen Monat noch im Gedächtnis? Da ging es um die Themen „Heiterkeit und Lachen“. Etwas, das mir heute wichtiger zu sein scheint als in all den Jahrzehnten zuvor.

Creinvelts Gründerväter sangen an ihren Stammtischen und auf ihren Touren ein Lied besonders gern. Es heißt: „Frohsinn, Freude, Fröhlichkeit“, und betont die aktive Rolle bei der Gestaltung eines humorvollen Alltags.

„Wir können doch nicht 24 Stunden am Tag mit einem Grinsen im Gesicht herumlaufen!“, höre ich gerade einige Leserinnen und Leser denken. Darum geht es ja auch nicht. Auch die Liebe ist kein fortwährender „Honeymoon“. Wer gerade an seiner Steuererklärung sitzt, sollte nicht mit Liebesgefühlen die Formulare ausfüllen. Sonst könnte dabei ein herrliches Durcheinander, ein ziemlicher „Duri-en“, herauskommen.

Wie sich das große Wort „Liebe“ in Wahrheit aus vielen kleinen Mikro-Momenten der Zuneigung definiert, beschränken sich auch Frohsinn, Freude und Fröhlichkeit auf bestimmte Momente und Situationen. Wir können nicht jede Minute vor Freude strahlen.

Aber wir können von den Kindern lernen. Denn niemand braucht ihnen das Lachen beizubringen. Kinder lachen durchschnittlich vierhundertmal am Tag, Erwachsene gerade fünfzehnmal. Daran können wir doch arbeiten, oder?!

Bemerkenswert ist „Das Rheinische Grundgesetz“, das der Kabarettist, Musiker und Autor Konrad Beikircher 2001 in seinem Buch „Et kütt wie et kütt“ veröffentlichte. Darin heißt der letzte von insgesamt elf Artikeln (elf als karnevalistische Zahl): „Do laachs de disch kapott“. Übersetzt: Bewahre Dir eine gesunde Einstellung zum Humor. – Jenau so isset!

Wir Creinvelter bereiten Anderen gerne eine Freude. Wir lachen ja auch selbst mit Vorliebe. Und wenn es mal „daneben geht“, der Witz oder die erzählte Begebenheit nicht zünden? – Dann sind wir auch nicht allzu selbstkritisch mit uns. „Man kann ja nicht immer gut sein!“, sagte spontan Hanns Kockers, unser langjähriger Vorsitzender vor vielen Jahren, als er mal unter seinen Freunden den Nerv der Freude nicht traf.

Da fällt mir ein Experiment ein, das ich mir mal ausgedacht hatte. Es war die Übung: Gehe hundert Meter über die Hochstraße, lächle permanent vor dich hin, und schau die Menschen, die dir entgegenkommen, mit heiterer Miene an. – Was soll ich Ihnen sagen: Manche gingen schnell vorüber. Dachten wohl nur an ihre Einkaufszettel. Aber wer den Blick entgegnete, lächelte zurück. Versuchen Sie es doch auch mal. Ist ungewohnt, macht Spaß – und findet Resonanz. Denn wir alle sind soziale Wesen.

Zum Schluss: Dem griechischen Philosophen Aristoteles (384-322 v.Chr.) wird der Gedanke zugeschrieben: „Lachen ist eine körperliche Übung von größtem Wert für die Gesundheit.“

Warten wir mit dem nächsten Lachen nicht bis zu unseren beiden Sitzungen im kommenden Jahr. Lachen ist ein Lebenselixier.

Na, dann – wohl bekomm‘s!

Mit 3x „Heil und Humpen!“

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

 

Juni 2023

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

als wir Creinvelter uns zur diesjährigen Ideenwerkstatt trafen, haben wir viel gelacht. Nicht alle Bemerkungen waren witzig, aber die meisten doch zum Schmunzeln geeignet. Und wenn viele schmunzeln, fängt einer auch an zu lachen.

Sie kennen das: Manchem Lachen kann man sich nicht entziehen. Lachen ist ansteckend. Manche lachen sich auch „kaputt“. Also nicht wirklich „kaputt“ oder „krank“, „scheckig“ oder „schief“. Aber doch heftig. – Auch sinnverwandte Wörter haben es in sich: Wir biegen uns vor Lachen, wir kringeln uns, kugeln oder wiehern …

Heute möchte ich also über das Lachen schreiben. Eine Aufforderung mit dem Impuls: „Lach Dich frei!“

Ich zäume das Thema mal von hinten auf. Ich frage mich nämlich, ob viele Erwachsene das Lachen verlernt haben, weil sie ernst genommen werden wollen. Oder weil das Leben so beschwerlich ist. Ist Lachen dem oft beschworenen „Ernst des Lebens“ nicht angemessen?

Manche lachen wohl auch aus Prinzip nicht, weil sie Lachen kindisch finden. Vielen vergeht auch das Lachen.

Wir müssen ja nicht über jeden Mist lachen. Aber es ist doch irgendwie auch Medizin. Und das ganz ohne Nebenwirkungen.

Seit 1964 gibt es in Kalifornien das Institut für Humorforschung, gegründet von Professor William Frey, dem Erfinder der Lachwissenschaft. Die ersten Versuche führte er an sich selbst durch. Dazu sagte er: „Ich hatte mir einen Film von Laurel & Hardy (Dick und Doof) besorgt, um mich zum Lachen zu bringen. Die Folge, in der die beiden ein Klavier den Hügel hinaufschieben. Ich wollte herausfinden, was genau im Körper passiert während des Lachens. Also ließ ich mir in regelmäßigen Abständen Blut abnehmen und dann untersuchen.“

Dabei stellte er fest: Unser Immunsystem wird durch das Lachen aktiviert. Die Atmung wird tiefer, der Körper mit mehr Sauerstoff versorgt. Auch die Muskeln entspannen sich.

Unter dem Strich: Lachen hält fit und baut Stress ab. Ja, Humor kann helfen, uns zu heilen.

Das Gute ist auch: Lachen und Lächeln sind eine Art Universalsprache. Die versteht jeder, über alle Kulturkreise hinweg. Lachen verbindet und schweißt uns zusammen.

Das Lachen ist uns übrigens in die Wiege gelegt. Es muss in der Erwachsenenwelt nur wieder geweckt werden. Mittlerweile gibt es dafür sogar ein Deutsches Institut für Humor und den Berufsverband für Lachyoga und Humortraining. Und einmal im Jahr den Weltlachtag. Immer am ersten Sonntag im Mai.

Wir brauchen aber keine Witzesammlung, um lustig zu sein. Das Leben bietet so viele Situationen, tagtäglich, die uns zum Lachen bringen können.

Bei uns in Krefeld lebt ein älterer Künstlerfreund, der viel und gerne lacht. Er ist überzeugt: Das ganze Leben, die ganze Welt ist ein Kasperletheater. Ein Narrenschiff. Ein Maskenball.

Über viele Jahre fuhr er täglich mit seinem Fahrrad in die Stadt und setzte sich ins Kaffeehaus, um die Menschen auf der Straße zu beobachten. Ein köstliches Rezept sei das reale Theater da draußen.

Was sich denn auf seiner Bühne vor dem Café abspiele, wollte ich von ihm wissen.

Er ziehe die Leute, die vor dem Schaufenster vorübergehen oder kurz stehen bleiben, in seiner Fantasie anders an. Verpasse ihnen andere Kleider. Oder Leggins. „Dem Mann im Anzug setze ich eine Clownsnase auf. Oder ein keckes Hütchen. Oder allen die gleiche Uniform. Das ist herrlich!“, sagt er. „Das ist ein tolles Programm.“ Und schüttelt sich vor Lachen.

„Dieses ‘Welttheater‘ mit uns als Kasperlefiguren … Wir nehmen uns viel zu ernst“, wiederholt unser Creinvelt-Freund Will Cassel. Jetzt lachen wir beide. Wie schön!

Ein kleiner Nachklang: Am diesjährigen Weltlachtag verglich der Rundfunkmoderator im Gespräch mit einer Lachexpertin das laute Lachen mit dem „Abhusten der Seele“. Wir können auch sagen: Wir lachen unsere Seelen frei. Denn Lachen kennt keine Angst. Es ist das Tor für die schönste Freude: „Das Wohnen in sich selbst“ (Johann Wolfgang von Goethe).

Das bekommen wir hin! Es wäre doch gelacht …

Mit herzlichen und heiteren Grüßen – und 3x „Heil und Humpen!“

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

 

Mai 2023


Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde!

Manchmal sind die Creinvelter ja „neben der Spur“. Fragt sich nur, ob wir das negativ oder positiv sehen sollten. Ich habe mal eine Spruchkarte in einem Schreibwarengeschäft entdeckt, auf der stand: „Bin gerade neben der Spur. Ist schön hier!“

Wobei wir bei der Frage sind: Was ist schon „normal“? Eine mögliche Antwort: Creinvelt wohl eher nicht.

Wir haben vor einer Woche noch zusammengesessen und unsere zweitägige „Ideenwerkstatt“ veranstaltet. Eine „Veranstaltung“ ist aber kaum der richtige Begriff. Eher passt wohl: Eine „Werkstatt“ der Freude, des Gedankensturms und so mancher Kaltgetränke.

Im Mittelpunkt standen unsere Ideen für 2024. Und unser neues Motto. Da holen die meisten erst einmal weit aus. So sagt der eine: „Wenn wir alle vom Ballermann lernen, kämen wir schneller zu einer Entscheidung.“ – „Wieso dat denn?“, wollte ein anderer berechtigterweise wissen. „Ganz einfach. Wenn alle Creinvelter Sangria aus Eimern trinken würden, kämen wir zu erfrischenden Lösungen.“ – „Du hast sie nicht mehr alle!“ Kopfschütteln in der Runde. „Doch“, meinte der eine beharrlich. „Dann singen wir das bekannte Rheinlied mit einem neuen Inhalt. Nämlich: ‚Eimer am Rhein‘.“

Natürlich ermahnten wir den Abweichler, humorvoll zu bleiben. Aber nicht bekloppt.

Nun gut … Manchmal sind wir Aktiven der Gesellschaft auch albern und unerwachsen. Aber mit dem Dramatiker und Nobelpreisträger für Literatur George Bernard Shaw (1856-1950) haben wir einen prominenten Befürworter. Klar, er kannte uns nicht. Aber wir teilen seine Überzeugung: „Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht Euch an, wohin uns die normalen gebracht haben.“

Dementsprechend gilt: Wenn ein Creinvelter auf unseren Treffen höheren Blödsinn erzählt, erhält er Respekt – und von den meisten das Krefelder Kompliment zu hören: „Nou hü-er dech dat ens aan!“

Am Ende unserer „Ideenwerkstatt“ konnten wir beruhigt feststellen: Die ersten Weichen für eine schöne Session 2024 sind gestellt. Und unser Motto steht auch schon fest. Wir feiern im kommenden Jahr unsere beiden Sitzungen im Seidenweberhaus, und stellen sie – im Nachgang zur 650-Jahr-Feier – unter das bekannte Lied-Motto:

Kiek, dat es Krie-ewel!“

Klingt nicht nach höherer Philosophie. Aber Creinvelt möchte ja auch eher Fortbildungen in Lebensfreude auf die Bühne bringen. Da rufen wir Ihnen doch gerne zu: „Maakt öch richtisch Freud vandaach!“ Oder, wie es im Februar hieß: „Mer fi-ere all tusame!“

In diesem heiteren Sinne: Lassen Sie sich’s gut gehen.

Ich grüße Sie mit einem frühlingshaften „Heil und Humpen!“

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident