Juni 2020

Trauer um unseren Ehrenpräsidenten Dieter Berten

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

es gibt Tage, die normal beginnen. Und auf einmal erhält man einen Anruf – und alles ändert sich. So erfuhren wir am vergangenen Sonntagmorgen, dem 7. Juni, dass unser Ehrenpräsident Dieter Berten von uns gegangen ist. Er wurde 86 Jahre alt.

Hinter diesen Zahlen zeigt sich ein reiches, sehr erfülltes Leben. Dieter Berten hat sich in unserer Stadt auf vielfältige Weise und mit seiner ganzen Kraft engagiert. Im Eishockey für die Krefeld Pinguine, im Handball für den TV Oppum. Und stark auch im sozialen Bereich. In seinem Beruf als Architekt und Unternehmer sehr erfolgreich, vergaß er auch die Schwachen in unserer Gesellschaft nicht. Und setzte sich darüber hinaus mit nie nachlassender Energie für das Brauchtum in unserer Heimatstadt ein.

Unser Ehrenvorsitzender Hanns Kockers ebnete ihm 1983 den Weg zu Creinvelt. Beide kannten sich schon aus der Schulzeit, waren Oppumer Jungs und Freunde.

Als unser langjähriger Präsident Atti Hüttemann aus Altersgründen unsere Sitzungen nicht mehr leiten konnte, war kein Nachfolger in Sicht. Unsere „Zwischenlösungen“ zündeten nicht. Bis sich Hanns Kockers an seinen Oppumer Schulfreund erinnerte.

Dieter Berten durchlief mit Siebenmeilenstiefeln die Creinvelter Stationen „Spouljong, Ratsherr, Präsident“. Schon 1984 leitete er – noch als Spouljong – zum ersten Mal unser Sitzungsgeschehen im Parkhotel Krefelder Hof. Er prägte eine Ära, blieb bis zu unserem 75-jährigen Jubiläum im Jahre 2002 ein herausragender Präsident. Ganze achtzehn Jahre lang.

Noch vier Tage vor seinem Tod nahm er an unserer Vorstandssitzung teil. Seine Gedanken, seine Ratschläge waren uns immer wichtig und willkommen. Gerade auch in dieser Corona-Zeit, in der wir Creinvelter uns viele Entscheidungen nicht leicht machen können. Wie es mit Creinvelt weitergeht, war ihm ein Herzensanliegen. Vor allem: dass es mit Creinvelt weitergeht.

Noch am vorletzten Mittwoch brachte er seine Vorstellungen in unseren Kreis mit Nachdruck und Herzlichkeit ein. Sehr reflektiert, sehr besonnen. Dieter wog seine Worte ab, bevor er sie aussprach. Sie hatten Gewicht. Er war aus ganzem Herzen Creinvelter. Mehr geht nicht.

Ein lieber Freund, ein bedeutender, großartiger und warmherziger Mensch ist von uns gegangen. Wir haben ihm viel zu verdanken. Creinvelt war sein Leben.

Unsere Gedanken, unser Herz sind bei seiner Ehefrau Waltraut und bei der Familie. Wir stehen ihr bei.

Achtzehn Jahre nach seinem Rücktritt als Creinvelt-Präsident dürfen wir uns bei ihm für seine Treue zu Creinvelt, vor allem aber auch für seine sehr guten Ideen und Konzepte sehr herzlich bedanken. Und für seinen Antrieb, seine Energie, mit der er – auch in höheren Jahren – uns alle zu unseren Leistungen auf Creinvelts Bühne motivierte. Er hatte die Jugend im Blick, unsere „Spouljonges“. Er sprach Klartext, wenn Verhaltensweisen nicht dem Creinvelt-Geist entsprachen. Er hielt aber auch mit Lob nicht zurück, munterte auf, machte Vorschläge – überließ aber die Entscheidung den Jüngeren. Es ging ihm dabei nur selten um einzelne Vorträge, sondern um das ganze „Gebilde Creinvelt“. Um unsere Zukunft in dieser Stadt, in der wir das Brauchtum hochhalten wollen.

Und wer weiß … vielleicht würde Dieter uns nun sagen: „Es ist jetzt so. Seid nicht allzu traurig. Feiert das Leben. Und denkt an die vielen schönen Stunden, die wir miteinander verbracht haben.“

In diesem Sinne: Danke, Dieter!

Für die Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Dr. Georg Rupp                                               Dr. Hermann-Josef Schumacher

Präsident                                                         Vorsitzender

 

 

 

Mai 2020

Trauer um unseren Ehren-Spouljong Hansheinz Hauser

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

viel ist in diesen Tagen in der Krefelder Presse über Hansheinz Hauser zu lesen. Posthum werden seine Weitsicht, Führungskraft und Disziplin im Amt des Oberbürgermeisters gelobt. Und weit darüber hinaus. Denn Hansheinz war eine charismatische Persönlichkeit – nicht nur in der Politik, sondern auch im gesellschaftlichen Leben. Ein ’Menschenfischer‘, wie Jens Voss in der Rheinischen Post über ihn schrieb.

97 Jahre ist er geworden. Lange Jahre davon hatte er sich fit gehalten. Jeden Morgen begann er mit Gymnastik, danach ging er Tag für Tag schwimmen, drehte seine Runden. Die „Hundert“ zu erreichen, hätten wir ihm von Herzen gegönnt. Es fehlten ihm daran nur etwas mehr als zwei Jahre.

Von 1968 bis 1982 war er Oberbürgermeister unserer Heimatstadt Krefeld. Doch alle seine Verdienste und Ehrungen hier aufzulisten, würde den Rahmen sprengen. An dieser Stelle möchte ich mich mehr auf die Freundschaft zwischen Hansheinz und „seiner“ Gesellschaft Creinvelt besinnen.

Im Jahre 2002 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Krefeld verliehen. Aber da war Creinvelt um elf Jahre schneller. Denn 1991 wurde Hansheinz bereits „Ehren-Spouljong“ unserer Brauchtumsgesellschaft.

Er war keiner, der sich mit der Ehrung zufriedengab und fortan unserer Gesellschaft fernblieb. Solange es seine Gesundheit erlaubte, kam er mit seiner lieben Frau Annemarie Jahr für Jahr zu einer unserer Creinvelt-Sitzungen. Noch zuletzt entschuldigte er sich persönlich, wenn er aus Krankheitsgründen absagen musste. Er blieb nicht einfach fern. Er sprach persönlich mit dem Vorstand. Es tat ihm sichtlich leid. Es berührt uns sehr tief, wie eng er im Herzen mit uns verbunden blieb.

Auch auf den Brauchtumsabenden im Stadtwaldhaus feierte er gerne mit uns. In die Krefelder Hymne „Wir send alles krie-ewelsche Jonges …“ stimmte er froh und textsicher ein.

Mit ihm konnte man sich trefflich und sehr tiefgreifend unterhalten und über die Philosophien des Lebens austauschen. Persönliche, auch lange Briefe, schrieb er nicht mit der Maschine, sondern immer mit der Hand. Und mit einem Tintenfüller. Diese Zeit des Schreibens war ihm der andere Mensch wert.

Er hat aus vollem Herzen verstanden und gelebt, was es heißt, „Ehren-Spouljong“ bei Creinvelt zu sein. Wir nehmen ja nicht jedes Jahr einen Ehren-Spouljong in unsere Reihen auf. Wir vergeben diese Ehre nur sehr selten. Für uns alle ist es eine besondere Auszeichnung. Hansheinz wusste das zu schätzen. Ehren-Spouljongs sind keine „Anhängsel“ unserer Gesellschaft. Sie sind beste Freunde, die aus Liebe zu Krefeld und zum Brauchtum mit uns allen verwoben sind. Auf Hansheinz Hauser konnten wir uns zu hundert Prozent verlassen. Wir dürfen sehr dankbar sein für seine jahrzehntelange Treue.

Wir werden Hansheinz Hauser sehr vermissen. Nun ruht er in Frieden. Wir alle verneigen uns vor einem großen Krefelder – und einem ganz besonderen Creinvelter.

Für die Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Dr. Georg Rupp

Präsident

 

Februar 2020

Blick nach vorn

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

die Älteren von uns kennen sicherlich noch den Fußball-Bundestrainer Sepp Herberger. Er wurde nicht nur weithin bekannt durch den großartigen Weltmeistertitel 1954, sondern auch durch seine volksnahen Sprüche. „Der Ball ist rund!" pflegte er zu sagen, und meinte damit, der Ausgang eines Spieles ist ungewiss und nicht vorhersehbar. Alles ist möglich. Wir Krefelder könnten es in unserer Heimatsprache vielleicht so übersetzen: „Ens kieke, wat kömmt!"

Ein weiterer Spruch von genialer Einfachheit lautete beim Sepp: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel." Das bedeutet wohl: In einer Reihe von Spielen folgt immer ein neues, zukünftiges, auf ein altes, vergangenes.

Womit wir bei Creinvelt wären. Denn Sie haben unsere vergangene Session zu einem außergewöhnlichen Ereignis werden lassen. Ihre Resonanz auf unser „Spiel", unsere Auftritte auf der Kleinkunst-Bühne des Parkhotels, war überragend. Poetisch ausgedrückt: Ihr Lächeln, Ihr Applaus waren der „rote Teppich", auf dem wir unsere Talente zu Ihrer und unserer Freude voll ausleben konnten. Es waren sechs schöne, lebensfrohe Sitzungen mit starkem Krefeld-Bezug unter dem Motto: „Hauptsaak es, die Richtung stemmt!" Wie wir von Ihnen hörten, hat Ihnen vor allem gefallen, dass auch jüngere Aktive den Weg zu Creinvelt gefunden haben. Ihre Leistungen auf unserer Bühne haben uns allen gut getan. So soll es weitergehen mit unserem „Nachwuchs".

Und wenn Humor der Regenschirm der Weisen ist, wie Erich Kästner einmal gesagt hat, sollten wir gut beschirmt durch dieses Jahr kommen. Für Creinvelt gibt es bereits einen neuen, wichtigen Termin: Am 03. und 04. April versammeln wir uns abseits des Trubels an einem ruhigen Ort, um Ideen zu schmieden für die kommende Session 2021. Wir nennen dieses zweitägige Treffen „Creinvelts Ideenwerkstatt". Na, dann schauen wir mal, welche Ideen und Projekte dabei heraus springen.

Kommen Sie gut durch die restlichen Winterwochen (wenn wir überhaupt von Winter reden können). Nach Creinvelt zieht sich oft die Zeit, bis die lauen Lüfte wieder wehen. Zurzeit sind sie eher stürmisch. Auch egal – freuen wir uns einfach über jeden einzelnen Sonnenstrahl. Denn der macht gute Laune.

 

 Mit 3 x „Heil und Humpen!"

Dr. Georg Rupp

Präsident

und alle Aktiven der Gesellschaft Creinvelt

 

 

Pressemeldungen

 

Rheinische Post vom 03.02.2020:

 

Westdeutsche Zeitung vom 03.02.2020:

 


Januar 2020

Neujahrsbrief 2020

Aufbruch in ein neues Jahr

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

was wird uns das neue Jahr bescheren? Wir wissen es nicht – und wahrscheinlich ist das auch gut so. Denn in die Glaskugel zu schauen, wird den wenigsten weiterhelfen. Und den Daumen in den Wind zu halten, ist bei wechselnden Winden auch nicht richtungsweisend.

Da wurde der Autor des Erfolgsbuches „Der kleine Prinz", Antoine de Saint-Exupéry, schon deutlicher. Er schrieb nämlich: „Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer."

Sehnsucht" ist ein gutes Stichwort. Sehnsucht ist Beginn, ist Aufbruch, ist Reise mit dem Blick nach vorn. Sich sehnen macht Freude, entfacht neue Energien. Deshalb ist die Sehnsucht ein wertvoller Moment.

Wir alle kennen Menschen, die von etwas träumen, sich etwas ersehnen. Vielleicht ist es ja auch nur der Wunsch, nicht in Routine zu erstarren, sondern das neue Jahr mit froher Hoffnung und Zuversicht zu begrüßen.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben." So beschrieb es der Schriftsteller und Nobelpreisträger Hermann Hesse (1877-1962).

Auch wir Creinvelter verspüren am Beginn unserer Vorbereitungen etwas von diesem Zauber. Die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer ist dafür nicht erforderlich. Eher der drängende Wunsch, wieder auf unserer kleinen, begrenzten Bühne im Parkhotel zu stehen, und Ihnen aus einem „Narrenschiff der Freude" heraus einen heiteren, froh machenden Abend zu bereiten.

Verfolgen wir im neuen Jahr eine gemeinsame Idee: Halten wir Krefeld – bei aller berechtigten Kritik – in unseren Herzen. Auf diesen Weg begeben wir uns. Wir texten und singen und proben und verbessern. Immer gemäß unserem diesjährigen Motto: „Hauptsaak es, die Richtung stemmt!" Und die hängt weder von einer Glaskugel ab, noch von einem Navi. Nur von unserer Vorfreude auf einen wunderschönen Abend. Wir freuen uns auf Sie!

Ihnen, unseren lieben und verehrten Gästen, wünschen wir ein gutes, gesundes und erfülltes neues Jahr.

 

3x „Heil und Humpen!"

Dr. Georg Rupp

Präsident

und alle Aktiven der Gesellschaft Creinvelt

Bitte denken Sie daran: Unsere Sitzungen beginnen auch 2020 bereits um 19 Uhr (Einlass 18 Uhr)

 


September 2019

Herbsttage

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

Herbsttage ... in Paris beschrieb der Lyriker Rainer Maria Rilke am 21.09.1902 den Übergang vom Sommer zum Herbst:

 

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.

Leg Deinen Schatten auf die Sonnenuhren,

und auf den Fluren lass die Winde los.

 

Herbstzeit – nach einem langen heißen Sommer. Bei Temperaturen bis 42 Grad können auch die Creinvelt-Aktiven nicht kreativ sein. Aber keine Panik: Schon im Frühjahr, nach einer erfolgreichen Session, trafen sich Creinvelter zu einer „Ideenwerkstatt". Viele Eckpfeiler unserer beliebten Brauchtumsabende stehen bereits fest oder entwickeln sich gerade. Unsere Vorbereitungstreffen im Parkhotel Krefelder Hof beginnen Anfang Oktober.

 Und etwas Neues aus der Mannschaft gibt es auch zu vermelden. Auf unserer Jahreshauptversammlung in der vergangenen Woche wurde ein neuer Vorsitzender gewählt. Wir bedanken uns von Herzen bei Willi Havermann. Er lenkte über 13 Jahre als Vorsitzender die Geschicke unserer Gesellschaft. Nun wurde am 11. September Dr. Hermann-Josef Schumacher einstimmig zum neuen Creinvelt-Vorsitzenden gewählt. Wir wünschen ihm – wie dä Krie-ewelsche sue sätt: Allet, allet Juute!

 Der Herbst beginnt. Creinvelt schaut zuversichtlich nach vorne. Denn Freude ist zeitlos, ist nicht an Jahreszeiten gebunden. Lachen ist bekannterweise die beste Medizin. Ein japanisches Sprichwort beschreibt es (nur unwesentlich übertrieben) so: „Die Freude eines Augenblicks verlängert das Leben um tausend Jahre."

 Genießen Sie den Herbst – und die Vorfreude auf eine neue Session voller Humor und frohem Sinn.

 Verlängern Sie dazu, falls noch nicht geschehen, Ihre Mitgliedschaft für 2020. Es lohnt sich. Denn nichts geht über Lebensfreude. Oder, wie es ein alter Creinvelt-Spruch beschreibt: „Wo die Freud sich blicken lässt, haltet allzumal sie fest!"

3 x „Heil und Humpen!" – und heitere Grüße von allen Creinvelt-Aktiven,

 

Ihr Dr. Georg Rupp

Präsident