Dezember 2020

Creinveltbrief im Dezember 2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

alle Creinvelter hoffen, dass es Ihnen gut geht, gerade in diesen Ausnahmezeiten.

So hätten wir uns 2020 nicht vorgestellt – damals, im Februar, als wir uns im Parkhotel trafen.

Nun ist es so. Und wir müssen mit den Einschränkungen leben. Wir achten auf uns – und unsere Nächsten.

Nicht nur um Creinvelt ist es still geworden. Auch der Dezember wird stiller als sonst. Oder sollte es werden. Denn im normalen Leben (ohne Corona) sind wir oft besinnungslos von Lärm umgeben. Im Zeitalter der uns überflutenden sozialen Medien mit Facebook, Twitter und Instagram, im Zeitalter ständiger Erreichbarkeit, kommen viele mit der Stille nicht mehr zurecht.

Auch unsere Städte sind dauerhafte Lärmquellen geworden. Und vor lauter Neonleuchtmittel bleibt uns das Wunder des Sternenhimmels verborgen.

Selbst unser Schmücken im Advent ist mehr geworden. Früher gab es einen Weihnachtsbaum mit Kerzen und Lametta, die eine oder andere Kugel zur Zierde. Das machte glücklich und reichte uns.

Irgendwann hingen die ersten Strohsterne im Fenster, später die ersten Lichterketten. Dann wurde im Vorgarten der erste Busch illuminiert, und die Event-Fans fingen an, aufblasbare Weihnachtsmannattrappen an die Hauswände zu nageln. Mit Glühbirnen wie auf einem Rummelplatz.

Bald haben wir es geschafft. Siehe die Originalwerbung aus den vergangenen Jahren. „Festliche Lichtflut für zu Hause. Dein Nachbar wird verblüfft sein!“ – Ja, toll. Vor allem wird er nicht schlafen können.

Was ist aus der Stille, der Konzentration auf das Wesentliche und Einzigartige geworden? Vielleicht kann uns diese Zentrierung in Pandemie-Zeiten sogar wieder besser gelingen. Auch wenn es ungewohnt ist.

Wir Creinvelter hätten uns in wenigen Tagen zur sogenannten „Vorstellprobe“ getroffen. Zur Sichtung und Bewertung der geplanten Reden und der musikalischen Programmnummern. Diese Probe entfällt aus bekannten Gründen.

„Wat maake mer nu?“, fragen wir uns. Und: „Ens kieke, wat kömmt – 2021.“

Wir schauen nach vorn. „Hauptsaak es, die Richtung stemmt!“ Das sagen wir mit der Bestätigung: „Jenau so isset!“. – Wir machen uns Mut. Es kommen auch wieder bessere Tage.

Eine besinnliche Adventszeit wünscht Ihnen  – im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V. –

mit 3x „Heil und Humpen!“

Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

November 2020

Creinveltbrief im November 2020

 Sehr geehrte Damen und Herren,

 liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

 in seinem Gedichtband „Das Buch der Bilder“ beschreibt Rainer Maria Rilke in drei Strophen den Übergang vom Sommer zum Herbst. Sein „Herbsttag“ beginnt mit den Worten:

„Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.

Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,

und auf den Fluren lass die Winde los.“

Wenn die Blätter treiben …

Auf manche Gedanken muss man ja erst einmal kommen. Bisher dachte ich immer: Wenn der Sommer geht, verliert das Jahr an Kraft. Wir nehmen Abschied von den langen, warmen Tagen. Vom heiteren, beschwingten Zwitschern der Vögel. Vom sonnengetränkten Flirren der Lüfte. „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr“, so Rilke über den Abschied von der Fülle. – Wenn Herbst und Winter kommen, läuft das Leben auf Sparflamme, geht die Fülle zur Neige, setzen Mangel und Sparsamkeit ein …

Und nun las ich in einem Artikel mit der Überschrift „Gute Neuigkeiten“ (schön!), dass die Natur keinen Mangel kennt. Wenn wir uns nur fasziniert die Fülle an fallenden, treibenden Blättern im Herbst anschauen. Da ist kein Mangel. Zumal die Blätter wieder guten Humus ergeben. Nahrung für das, was sich neu entwickeln wird.

Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799), Naturforscher und Philosoph, beschrieb es so: „Der Herbst zählt der Erde die Blätter wieder zu, die sie dem Sommer geliehen hat.“

Ist die Fülle also gar nicht von den Jahreszeiten abhängig? Hält der Winter seine Fülle nur vor unseren Augen verborgen?

Auch Creinvelt macht sich rar. Scheinbar. Aber auch wenn wir in Corona-Zeiten weniger sichtbar sind, uns nicht präsentieren, sind wir sehr lebendig. Nur eben im Verborgenen.

Im nächsten Sommer wissen wir mehr. Hoffen wir auf eine Fülle von Begegnungen. Hoffen ist erlaubt – wir werden sehen.

Kommen Sie gut durch die Zeit – auch wenn die Blätter treiben.

Mit 3x „Heil und Humpen!“

Für alle Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

Oktober 2020

Creinveltbrief im Oktober 2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

der Herbst hat begonnen. Die Zeit also, in der die Creinvelter sich Jahr für Jahr wieder am runden Tisch treffen (darf ruhig auch eckig oder in U-Form sein …), um ein neues Programm zu planen. Immer mit der Absicht, Ihnen spätestens bei der Premiere viel Freude zu bereiten.

Bis dahin kennen wir die Vorträge schon mehr oder weniger auswendig. Also nicht nur die Vortragenden selbst, sondern wir alle. Dann haben wir ein Bonmot, eine Pointe schon so oft gehört, dass der eine oder andere von uns bedenklich den Kopf hin und her wiegt – in der Annahme: „Dat tut et doch nich! An der Stelle lacht doch nieemes!“ – Kann man sich ja auch nicht vorstellen, wenn man den Gag von allen Proben schon in- und auswendig kennt.

Ehrlich gesagt: Wir freuen uns auf unserer Premierensitzung immer wie kleine Kinder, wenn „et dat doch jetan hat“.

Gut, Sie kannten ja die Pointe (hoffentlich) noch nicht. Aber Sie sollten uns dann mal im Keller, in „unseren Katakomben“ erleben. Dort können die Aktiven, die gerade nicht oben sind und nicht in der Maske bei unserer Rosi sitzen, das Programm verfolgen. Wir hören dann Ihre Lacher und Ihren Applaus. Oder Ihr konzentriertes Zuhören bei Auftritten, die Ihre Aufmerksamkeit erfordern. – Und das ist ja das Besondere, das Außergewöhnlich an Ihnen, unseren tollen Gästen: Sie hören oft ganz gebannt zu. Wissen auch tiefsinnige Vorträge zu schätzen.

Öfters mache ich als Präsident bei der Verabschiedung eines Creinvelt-Freundes nach seinem Auftritt den Scherz, dass unten in den Katakomben schon alle alkoholischen Getränke dieser Welt auf ihn warten. Natürlich steht uns dort nicht nur Mineralwasser zur Verfügung. Aber viel spannender sind für die Aktiven unten Ihre Reaktionen im Saal. Alle freuen sich mit denen, die auf der Bühne den Erfolg ernten konnten. Und alle muntern diejenigen auf, die vielleicht nicht ihren besten Tag auf der Bühne hatten: Kann passieren. Schwamm drüber. Nächstes Mal rockst du den Saal. – So ist das bei uns hinter den Kulissen.

Aber … Sie machen uns das Leben leicht. So leicht und angenehm, dass wir Sie – gäbe es Corona nicht – vor lauter Dankbarkeit mal so richtig knuddeln könnten. Schade, geht nicht.

Aber 2022 werden alle, die in den Katakomben sind, die Daumen drücken und sagen: „Heute haben wir wieder ein tolles Publikum. Richtig liebe Gäste, die aktiv mitmachen und offen sind für alle ‚Ferkesfreud‘, die ein solcher Abend zu bieten hat.“

Gut, das dauert jetzt noch. Aber freuen wir uns doch schon heute auf den Januar 2022. Die Zeit soll Ihnen nicht langweilig werden. Deshalb erhalten Sie unseren nächsten Brief im November 2020.

Versprochen. Wir bleiben in Verbindung.

Machen Sie es gut! Mit 3x „Heil und Humpen!“

Für alle Aktiven der Gesellschaft

Creinvelt 1927 e.V.

Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

September 2020

Creinveltbrief im September 2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

nun ist es schon einen Monat her, dass wir Sie über die Absage unserer Sitzungen im kommenden Jahr informiert haben. Nicht nur wir, sondern auch viele von Ihnen haben das sehr bedauert. Gleichzeitig spürten wir aber auch das eindeutige Verständnis für diese notwendige Maßnahme. Wir sind überzeugt, dass Sie bereits damit gerechnet hatten.

In diesen Zeiten stehen wir zusammen. Auch wenn die sozialen Distanzen für unsere und Ihre Gesundheit (noch) notwendig sind.

Die meisten von Ihnen sind langjährige Gäste unserer Creinvelt-Sitzungen. Ist es nicht erstaunlich, dass einige unserer älteren passiven Mitglieder schon über fünfzig, ja sogar schon über sechzig Jahre zu uns kommen? Das kann nicht nur aus Treue geschehen. Es ist mehr. Es ist eine Verbundenheit, die uns Jahr für Jahr zusammenkommen lässt und uns trägt. Vielleicht ist es auch das Ambiente, die jährlichen Treffen mit Freundinnen und Freunden im Parkhotel, die gemeinsame Sorge um unsere Heimatstadt Krefeld, die Mundart, die verbindende Lebensfreude, der geistreiche Humor, das gemeinsame Lachen. Die Tradition und das Neuartige, das Gewachsene und die moderne Interpretation des „Kabaretts im Karneval“.

Es gibt viele Gründe für die Nähe zwischen Ihnen und uns. Wir Creinvelter erzählen und besingen Geschichten. Das Alltägliche, das Besondere, das Einzigartige. Rund um unsere Samt- und Seidenstadt. Manchmal politisch, manchmal satirisch. Manchmal auch frei von Sinn. Sowohl berührend und leise als auch deutlich und laut.

Das alles müssen wir coronabedingt auf 2022 verschieben. In der großen Hoffnung, dass wir dann das Schlimmste hinter uns haben werden.

Bis zum nächsten Brief wünschen wir Creinvelter Ihnen allen, dass Sie gut und gesund durch die Zeit kommen. Öffnen wir tagtäglich unsere Augen und unser Herz. Denn die werden von der Mund-Nasen-Maske ja nicht verdeckt …

Machen Sie es gut! Mit 3x „Heil und Humpen!“

Für alle Aktiven der Gesellschaft

Creinvelt 1927 e.V.

Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

August 2020

Absage unserer Creinvelt-Sitzungen 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

wir, die Aktiven der Gesellschaft Creinvelt, hoffen sehr, dass Sie bisher gesund durch die Coronazeit gekommen sind.

Als wir uns im Finale unserer letzten sechs Sitzungen auf der Bühne von Ihnen verabschiedeten, wünschten wir Ihnen ein gutes Jahr und freuten uns bereits auf ein Wiedersehen in 2021.

Nun ist ein halbes Jahr seit dem Finale vergangen – und jetzt, im August, erhalten Sie Jahr für Jahr normalerweise schriftlich die Bitte, Ihre Mitgliedschaft zu verlängern und den Beitrag einzuzahlen.

Durch die Corona-Pandemie ist jedoch alles anders als geplant. Vielleicht haben Sie es schon geahnt: Wir können 2021 nicht an den Start gehen, weil wir im Parkhotel Krefelder Hof unter diesen Bedingungen keine 350 Gäste pro Sitzung unterbringen könnten. Das werden Anfang des kommenden Jahres sowohl die Abstandsregeln als auch die Mund-Nasenschutz-Verordnung nicht zulassen. Und schunkeln mit 80 Gästen (statt 350) – und mit zwei leeren Stühlen zwischen Ihnen – macht auch keinen Spaß.

Diese Entscheidung, 2021 nicht antreten zu können, haben wir schweren Herzens treffen müssen. Wir wollen Sie und unsere Aktiven ja gleichermaßen schützen. Viele von Ihnen und von uns gehören altersmäßig zur sogenannten „Risikogruppe". Das ist das eine. Das andere: Wir brauchen Planungssicherheit.

Uns allen wird die Bühne, die Freude an unseren Ideen, den Einstudierungen und den Auftritten schmerzlich fehlen. Vor allem aber der Funke, der zwischen Ihnen und uns in all den Jahren übergesprungen ist.

Wir werden versuchen, die Lücke von einem Jahr so gut es geht zu überbrücken. Wenn Sie uns Ihre Emailanschrift mitgeteilt haben, werden wir Sie regelmäßig informieren, was es Neues bei Creinvelt gibt.

Deshalb unsere Bitte: Falls noch nicht geschehen, vertrauen Sie uns Ihre Emailadresse an. Schicken Sie diese an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Dann bleiben wir – trotz Corona – in Kontakt.

Wir alle sind sehr enttäuscht, ja fast schon tief im Inneren geschockt. Denn das hat es in Friedenszeiten noch nie gegeben: Ein Jahr ohne Creinvelt-Sitzungen.

Wir hätten sogar schon ein einprägsames Motto für 2021 gehabt. Dazu in einem späteren Schreiben mehr.

Unser Wunsch: Bleiben Sie Creinvelt verbunden. Und kommen Sie gut durch die Zeit. Wir freuen uns auf eine neue Session nach Corona. Wenn es wieder heißt: 3x Creinvelt „Heil und Humpen!"

Dr. Georg Rupp                Dr. Hermann-Josef Schumacher            Klaus D. Müller

Präsident                          Vorsitzender                                          Schatzmeister

 

Juni 2020

Trauer um unseren Ehrenpräsidenten Dieter Berten

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

es gibt Tage, die normal beginnen. Und auf einmal erhält man einen Anruf – und alles ändert sich. So erfuhren wir am vergangenen Sonntagmorgen, dem 7. Juni, dass unser Ehrenpräsident Dieter Berten von uns gegangen ist. Er wurde 86 Jahre alt.

Hinter diesen Zahlen zeigt sich ein reiches, sehr erfülltes Leben. Dieter Berten hat sich in unserer Stadt auf vielfältige Weise und mit seiner ganzen Kraft engagiert. Im Eishockey für die Krefeld Pinguine, im Handball für den TV Oppum. Und stark auch im sozialen Bereich. In seinem Beruf als Architekt und Unternehmer sehr erfolgreich, vergaß er auch die Schwachen in unserer Gesellschaft nicht. Und setzte sich darüber hinaus mit nie nachlassender Energie für das Brauchtum in unserer Heimatstadt ein.

Unser Ehrenvorsitzender Hanns Kockers ebnete ihm 1983 den Weg zu Creinvelt. Beide kannten sich schon aus der Schulzeit, waren Oppumer Jungs und Freunde.

Als unser langjähriger Präsident Atti Hüttemann aus Altersgründen unsere Sitzungen nicht mehr leiten konnte, war kein Nachfolger in Sicht. Unsere „Zwischenlösungen“ zündeten nicht. Bis sich Hanns Kockers an seinen Oppumer Schulfreund erinnerte.

Dieter Berten durchlief mit Siebenmeilenstiefeln die Creinvelter Stationen „Spouljong, Ratsherr, Präsident“. Schon 1984 leitete er – noch als Spouljong – zum ersten Mal unser Sitzungsgeschehen im Parkhotel Krefelder Hof. Er prägte eine Ära, blieb bis zu unserem 75-jährigen Jubiläum im Jahre 2002 ein herausragender Präsident. Ganze achtzehn Jahre lang.

Noch vier Tage vor seinem Tod nahm er an unserer Vorstandssitzung teil. Seine Gedanken, seine Ratschläge waren uns immer wichtig und willkommen. Gerade auch in dieser Corona-Zeit, in der wir Creinvelter uns viele Entscheidungen nicht leicht machen können. Wie es mit Creinvelt weitergeht, war ihm ein Herzensanliegen. Vor allem: dass es mit Creinvelt weitergeht.

Noch am vorletzten Mittwoch brachte er seine Vorstellungen in unseren Kreis mit Nachdruck und Herzlichkeit ein. Sehr reflektiert, sehr besonnen. Dieter wog seine Worte ab, bevor er sie aussprach. Sie hatten Gewicht. Er war aus ganzem Herzen Creinvelter. Mehr geht nicht.

Ein lieber Freund, ein bedeutender, großartiger und warmherziger Mensch ist von uns gegangen. Wir haben ihm viel zu verdanken. Creinvelt war sein Leben.

Unsere Gedanken, unser Herz sind bei seiner Ehefrau Waltraut und bei der Familie. Wir stehen ihr bei.

Achtzehn Jahre nach seinem Rücktritt als Creinvelt-Präsident dürfen wir uns bei ihm für seine Treue zu Creinvelt, vor allem aber auch für seine sehr guten Ideen und Konzepte sehr herzlich bedanken. Und für seinen Antrieb, seine Energie, mit der er – auch in höheren Jahren – uns alle zu unseren Leistungen auf Creinvelts Bühne motivierte. Er hatte die Jugend im Blick, unsere „Spouljonges“. Er sprach Klartext, wenn Verhaltensweisen nicht dem Creinvelt-Geist entsprachen. Er hielt aber auch mit Lob nicht zurück, munterte auf, machte Vorschläge – überließ aber die Entscheidung den Jüngeren. Es ging ihm dabei nur selten um einzelne Vorträge, sondern um das ganze „Gebilde Creinvelt“. Um unsere Zukunft in dieser Stadt, in der wir das Brauchtum hochhalten wollen.

Und wer weiß … vielleicht würde Dieter uns nun sagen: „Es ist jetzt so. Seid nicht allzu traurig. Feiert das Leben. Und denkt an die vielen schönen Stunden, die wir miteinander verbracht haben.“

In diesem Sinne: Danke, Dieter!

Für die Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Dr. Georg Rupp                                               Dr. Hermann-Josef Schumacher

Präsident                                                         Vorsitzender

 

 

 

Mai 2020

Trauer um unseren Ehren-Spouljong Hansheinz Hauser

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

viel ist in diesen Tagen in der Krefelder Presse über Hansheinz Hauser zu lesen. Posthum werden seine Weitsicht, Führungskraft und Disziplin im Amt des Oberbürgermeisters gelobt. Und weit darüber hinaus. Denn Hansheinz war eine charismatische Persönlichkeit – nicht nur in der Politik, sondern auch im gesellschaftlichen Leben. Ein ’Menschenfischer‘, wie Jens Voss in der Rheinischen Post über ihn schrieb.

97 Jahre ist er geworden. Lange Jahre davon hatte er sich fit gehalten. Jeden Morgen begann er mit Gymnastik, danach ging er Tag für Tag schwimmen, drehte seine Runden. Die „Hundert“ zu erreichen, hätten wir ihm von Herzen gegönnt. Es fehlten ihm daran nur etwas mehr als zwei Jahre.

Von 1968 bis 1982 war er Oberbürgermeister unserer Heimatstadt Krefeld. Doch alle seine Verdienste und Ehrungen hier aufzulisten, würde den Rahmen sprengen. An dieser Stelle möchte ich mich mehr auf die Freundschaft zwischen Hansheinz und „seiner“ Gesellschaft Creinvelt besinnen.

Im Jahre 2002 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Krefeld verliehen. Aber da war Creinvelt um elf Jahre schneller. Denn 1991 wurde Hansheinz bereits „Ehren-Spouljong“ unserer Brauchtumsgesellschaft.

Er war keiner, der sich mit der Ehrung zufriedengab und fortan unserer Gesellschaft fernblieb. Solange es seine Gesundheit erlaubte, kam er mit seiner lieben Frau Annemarie Jahr für Jahr zu einer unserer Creinvelt-Sitzungen. Noch zuletzt entschuldigte er sich persönlich, wenn er aus Krankheitsgründen absagen musste. Er blieb nicht einfach fern. Er sprach persönlich mit dem Vorstand. Es tat ihm sichtlich leid. Es berührt uns sehr tief, wie eng er im Herzen mit uns verbunden blieb.

Auch auf den Brauchtumsabenden im Stadtwaldhaus feierte er gerne mit uns. In die Krefelder Hymne „Wir send alles krie-ewelsche Jonges …“ stimmte er froh und textsicher ein.

Mit ihm konnte man sich trefflich und sehr tiefgreifend unterhalten und über die Philosophien des Lebens austauschen. Persönliche, auch lange Briefe, schrieb er nicht mit der Maschine, sondern immer mit der Hand. Und mit einem Tintenfüller. Diese Zeit des Schreibens war ihm der andere Mensch wert.

Er hat aus vollem Herzen verstanden und gelebt, was es heißt, „Ehren-Spouljong“ bei Creinvelt zu sein. Wir nehmen ja nicht jedes Jahr einen Ehren-Spouljong in unsere Reihen auf. Wir vergeben diese Ehre nur sehr selten. Für uns alle ist es eine besondere Auszeichnung. Hansheinz wusste das zu schätzen. Ehren-Spouljongs sind keine „Anhängsel“ unserer Gesellschaft. Sie sind beste Freunde, die aus Liebe zu Krefeld und zum Brauchtum mit uns allen verwoben sind. Auf Hansheinz Hauser konnten wir uns zu hundert Prozent verlassen. Wir dürfen sehr dankbar sein für seine jahrzehntelange Treue.

Wir werden Hansheinz Hauser sehr vermissen. Nun ruht er in Frieden. Wir alle verneigen uns vor einem großen Krefelder – und einem ganz besonderen Creinvelter.

Für die Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Dr. Georg Rupp

Präsident

 

Februar 2020

Blick nach vorn

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

die Älteren von uns kennen sicherlich noch den Fußball-Bundestrainer Sepp Herberger. Er wurde nicht nur weithin bekannt durch den großartigen Weltmeistertitel 1954, sondern auch durch seine volksnahen Sprüche. „Der Ball ist rund!" pflegte er zu sagen, und meinte damit, der Ausgang eines Spieles ist ungewiss und nicht vorhersehbar. Alles ist möglich. Wir Krefelder könnten es in unserer Heimatsprache vielleicht so übersetzen: „Ens kieke, wat kömmt!"

Ein weiterer Spruch von genialer Einfachheit lautete beim Sepp: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel." Das bedeutet wohl: In einer Reihe von Spielen folgt immer ein neues, zukünftiges, auf ein altes, vergangenes.

Womit wir bei Creinvelt wären. Denn Sie haben unsere vergangene Session zu einem außergewöhnlichen Ereignis werden lassen. Ihre Resonanz auf unser „Spiel", unsere Auftritte auf der Kleinkunst-Bühne des Parkhotels, war überragend. Poetisch ausgedrückt: Ihr Lächeln, Ihr Applaus waren der „rote Teppich", auf dem wir unsere Talente zu Ihrer und unserer Freude voll ausleben konnten. Es waren sechs schöne, lebensfrohe Sitzungen mit starkem Krefeld-Bezug unter dem Motto: „Hauptsaak es, die Richtung stemmt!" Wie wir von Ihnen hörten, hat Ihnen vor allem gefallen, dass auch jüngere Aktive den Weg zu Creinvelt gefunden haben. Ihre Leistungen auf unserer Bühne haben uns allen gut getan. So soll es weitergehen mit unserem „Nachwuchs".

Und wenn Humor der Regenschirm der Weisen ist, wie Erich Kästner einmal gesagt hat, sollten wir gut beschirmt durch dieses Jahr kommen. Für Creinvelt gibt es bereits einen neuen, wichtigen Termin: Am 03. und 04. April versammeln wir uns abseits des Trubels an einem ruhigen Ort, um Ideen zu schmieden für die kommende Session 2021. Wir nennen dieses zweitägige Treffen „Creinvelts Ideenwerkstatt". Na, dann schauen wir mal, welche Ideen und Projekte dabei heraus springen.

Kommen Sie gut durch die restlichen Winterwochen (wenn wir überhaupt von Winter reden können). Nach Creinvelt zieht sich oft die Zeit, bis die lauen Lüfte wieder wehen. Zurzeit sind sie eher stürmisch. Auch egal – freuen wir uns einfach über jeden einzelnen Sonnenstrahl. Denn der macht gute Laune.

 

 Mit 3 x „Heil und Humpen!"

Dr. Georg Rupp

Präsident

und alle Aktiven der Gesellschaft Creinvelt

 

 

Pressemeldungen

 

Rheinische Post vom 03.02.2020:

 

Westdeutsche Zeitung vom 03.02.2020: