August 2022

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

geteilte Freude ist doppelte Freude. Wenn sie also in Zukunft eine Freundin, einen Freund zu Creinvelt einladen, können Sie Ihre Freude verdoppeln. Das ist keine neue Erfahrung.

Erinnern wir uns doch einfach an unsere Kindheit. Und an die christliche Tradition von Sankt Martin. Der heilige Mann, Bischof von Tours, der seinen Mantel mit dem armen und bedürftigen Bettler teilte.

Das „Beiwerk“ ließ Kinderaugen glänzen. Die schön gestalteten Fackeln, das Kerzenlicht, die Gemeinschaft der mitwirkenden Gruppen, Kitas und Klassen, die Eltern am Wegesrand, das Ritual mit Sankt Martin und dem Bettler am knisternden Feuer. Und die süße Tüte mit dem leckeren Weckmann am Ende der Zeremonie. Vor allem die Freude wurde geteilt. Und das Miteinander gelebt.

Wir Creinvelter teilen auch. Denn unser „Creinvelt 1927 e.V.“, wie sich unsere Brauchtumsgesellschaft offiziell nennt, ist seit langem ein gemeinnütziger Verein. Und das bedeutet: Wir dürfen keine Gewinne machen. Alle „Gewinne“ geben wir gerne an Hilfsorganisationen weiter. Unsere Spende ist an zwei Bedingungen geknüpft: 1. Sie kommt nur Institutionen zugute, die sich in unserer Heimatstadt Krefeld für soziale oder kulturelle Projekte einsetzen. Und 2. Sie können uns ein förderungswürdiges Projekt benennen, das wir dann (teilweise) finanziell übernehmen.

Nun noch einmal zum diesjährigen erfreulichen Hintergrund:

Viele von Ihnen haben auf die Rückzahlung ihrer Mitgliedsbeiträge in diesem Jahr verzichtet. Das ist sehr großzügig von Ihnen. Zusammengekommen ist eine stolze Summe von 18.821,11 Euro. Wir haben sie auf 20.000 Euro aufgestockt, die wir traditionell auf unserem Brauchtumsabend Anfang November überreichen werden.

Sie möchten sicher aber schon heute erfahren, wohin Ihre Spenden gehen werden. Das soll kein Geheimnis bleiben. Wir haben uns für drei Krefelder Organisationen entschieden:

  1. Krefelder Tafel e.V. (mit 10.000 Euro) für Menschen in Not
  2. Der Arbeitskreis Krefelder Frauenverbände e.V. (mit 5.000 Euro) für das „Spiel ohne Ranzen“
  3. eine Krefelder Organisation, die sich um die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen aus der Ukraine kümmert (mit 5000 Euro). Hier sind wir über die Stadt noch auf der Suche nach einem geeigneten Empfänger.

Das heißt, Ihre Spende geht an drei Zielgruppen: Bedürftige, Kinder und Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet der Ukraine.

Teilen … miteinander teilen! Auch das Lächeln, das Sie vielleicht gerade jetzt, beim Lesen dieser Zeilen, in Ihrem Gesicht tragen. Das Leben ist nicht immer einfach. Aber unsere tägliche kleine Freude sollten wir teilen. Auch das kann unserem Alltag Sinn verleihen: Den Menschen ein Lächeln schenken.

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch“ Rupp

Präsident

PS: Falls Sie versehentlich noch keine Spendenquittung erhalten haben, schreiben Sie bitte an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Juli 2022

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

heute möchte ich an den 27. August 1994 erinnern. Ich glaube, dieser Tag hat es verdient, in diesem Brief noch einmal erwähnt zu werden. Es war ein bedeutsamer Tag für Creinvelt – und ebenso für unser Krefelder Stadttheater.

Wie Sie alle wissen werden, fühlt sich unsere Gesellschaft Creinvelt mit dem Theater seit vielen Jahrzehnten eng verbunden. Alle Generalintendanten der Städtischen Bühnen waren und sind uns freundschaftlich zugewandt: Joachim Fontheim (1966 bis 1984) und seine Nachfolger Eike Gramss (1985 bis 1991), Wolfgang Gropper (1991 bis 1996) und Jens Pesel (1996 bis 2010), der auch zu unserem „Ehren-Spouljong" ernannt wurde. Und seit 2010 bis heute unser Generalintendant Michael Grosse.

Wie kam es zur Bedeutung des 27. August 1994?

Unser Theater war und ist ein Dreispartenhaus: Schauspiel, Musiktheater und Ballett gehören zum Programm. Aber die dritte Sparte, das Ballett, sollte damals aus Kostengründen ersatzlos gestrichen werden. Dagegen regte sich massiver Widerstand in Krefeld. Und auch Creinvelt wollte seinen Anteil dazu beitragen.

Aber wie? – Natürlich auf unsere eigene Art. Indem wir einen bunten, kurzweiligen Abend zugunsten des Stadttheaters planen, einstudieren und dort auf die Bühne bringen wollten.

Das kann man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Amateure der Gesellschaft Creinvelt trauten sich auf die „Bretter, die die Welt bedeuten".

Was es auf der Bühne zu sehen gab? Biertische, Stadtwald-Impressionen. Und im Hintergrund ein großes Bühnenbild vom Stadtwaldhaus. Wir spielten also in der Kulisse des großen Biergartens die besten Stücke von Creinvelt.

Unser verstorbener Freund Professor Dr. Karlheinz Brocks schrieb bis zur Endfassung insgesamt siebzehn Drehbücher. Peter Schanz, damals ein junger Regisseur an unserem Stadttheater, probte mit uns wochenlang, bis wir die Bühne „verstanden" hatten. Und was es auf der großen Bühne bedeutet, zum richtigen Zeitpunkt aus den Kulissen aufzutauchen, um keine Verzögerungen im Programmablauf entstehen zu lassen. Gar nicht so einfach, von der Kleinkunstbühne im Parkhotel auf die riesige Breite und Tiefe dieser Profi-Bühne zu wechseln.

Aber – es gelang. Zur Freude aller. Nur unser guter Bekannter Helmut Lang, Chef des Stadtwaldhauses, der einmal quer über die Bühne laufen sollte, sah drei alte, leere Bierdosen unter den Tischen liegen – und hob sie auf, um sie zu entsorgen. Wie sollte er auch wissen, dass diese zerdötschten Dosen eine Requisite waren für ein folgendes Creinvelt-Lied?

Unsere Gäste waren hoch zufrieden. Auch wir Creinvelter feierten gemeinsam bis tief in die Nacht.

Und das Stadttheater? Wir hatten alle Einnahmen des Abends plus unsere gesamten Rücklagen plus die Spenden unserer Gäste und einiges mehr gesammelt. So konnten wir das Dreispartentheater in dieser Krisenzeit mit einer hohen fünfstelligen Summe unterstützen.

Unser Theaterfest vor 28 Jahren hat auch heute noch eine große Bedeutung. Denn die Vereinigten Bühnen Krefeld – Mönchengladbach haben unsere Unterstützung verdient.

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

Juni 2022

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

der römische Gott Janus wurde mit zwei Gesichtern dargestellt. Er konnte zugleich rückwärts und vorwärts sehen. Also in die Vergangenheit und in die Zukunft.

An Janus (römisch: Ianus) erinnert mich auch dieses Schreiben. Es blickt zurück – und schaut nach vorn.

Zurück liegt nun schon der vergangene Monat. Da hieß es: „Alles neu macht der Mai“ … ein altbekannter Spruch. Aber wie so viele Sprüche ist auch er leicht übertrieben. Denn das Wort „alles“ lässt ja keine Ausnahmen zu. Das Wort „vieles“ aber schon. Und „einiges“ auch bei Creinvelt.

Denn am Samstag, den 23. April, trafen sich die Creinvelter zu ihrer jährlichen „Ideenwerkstatt“. Wie immer nach der Devise: „Stillstand hilft uns nicht weiter.“ Und. „Nur wer spinnt, denkt nicht normal.“ Was so viel heißt wie: Wenn Creinvelt sich selbst treu sein will, müssen wir für Wandel und Veränderung offen sein.

Was früher, im Zeitalter von maximal drei Fernseh-Programmen, für Beifallsstürme sorgte (beispielsweise Büttreden von über 30 Minuten Länge, wäre heute nur noch eins: Kalter – oder bestenfalls aufgewärmter – Kaffee. Heute dominieren schnelle Wechsel und Kurzweil. Und so stellt sich uns Creinveltern die Frage, ob unser Programm auch abwechslungsreich genug ist, um Sie immer wieder aufs Neue begeistern zu können.

Aber von vorne: Also … ältere und jüngere kreative Köpfe trafen sich in lockerer Runde nach den beiden Ausfalljahren zum Austausch und zum heftigen „Gedankensturm“. Es galt zu entscheiden: Welche unserer geplanten Auftritte funktionieren auch noch im kommenden Jahr? Aber auch: Was muss neu geschrieben werden? Natürlich gibt es auch bei Creinvelt die eine oder andere Programmnummer, die zeitlos ist. Also auch 2023 noch auf unsere Bühne passt. Aber manche Idee ist verbraucht. Zum Beispiel alle Anspielungen auf die letzte Bundestagswahl. Alle damals aktuellen Bezüge. Da kann es nur heißen: Neu denken. Neu formulieren. Neu proben.

Natürlich passt auch unser diesjähriges Motto „Jeimpft möt krie-ewelsch Platt!“ nicht mehr. Aus, passé, vorbei.

Auf der Suche nach dem Motto für die kommenden sechs Sitzungen kamen wir – bei einigen Kaltgetränken – doch auch ans Denken und Diskutieren: Was ist das Wichtigste im kommenden Jahr? – „Dass Krefeld sein 650jähriges Bestehen feiert“, sagte der eine. „Dass wir ein gutes Programm hinbekommen“, der andere. „Nee, Kinder“, erhob der dritte seine Stimme, „das Beste ist doch, dass wir Creinvelter mit unseren Gästen endlich wieder gemeinsam feiern können.“ – Jawoll, dat wo-er et! Alle waren begeistert. Und so entstand im Handumdrehen unser Motto für unsere Sitzungsperiode 2023 im Parkhotel Krefelder Hof – natürlich op krie-ewelsch:

 

„Mer fi-ere all tusame!“

 

Und damit Krefeld beim Feiern nicht zu kurz kommt, steht oben drüber:

 

„650 Jahre Krefeld“

 

So, jetzt ist die Katze aus dem Sack. Unser Leitspruch für 2023 steht. Nach zwei Jahren gibt es nun kein Halten mehr. Wir freuen uns auf Sie, auf Dich und Euch alle.

Und gerade scheint es so, als ob der Janus-Kopf nach beiden Seiten lächelt. Hat Ihnen Creinvelt in der Vergangenheit nicht auch schon Freude gemacht? Ja, genauso soll es in Zukunft weiter gehen. Sie können gespannt und zuversichtlich sein. Und schon ab heute neugierig mit den Gedanken nach vorne schauen: „Ens kieke, wat kömmt!“ 2023, wenn wir endlich wieder zusammen feiern können.

3x „Heil und Humpen!“

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch“ Rupp

Präsident

 

 

Mai 2022

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

 

„dat hätt et jedo-en!“, rufen die Krefelder aus, wenn etwas gut gelungen war. Eine Aufführung im Theater gezündet oder der KFC Uerdingen ein Tor mehr als der Gegner geschossen hat. Und wenn eine Überraschung gelungen ist. – So wie bei uns am Freitag, dem 13. Mai. Wir sind ja nicht abergläubisch. Und deshalb kann auch ein Freitag, der 13. Tag eines Monats, uns ausrufen lassen: „Dat hätt et jedo-en!“

Was da passieren wird? Am 13. Mai? – Da kann Creinvelt auf einen Schlag drei neue Ratsherren begrüßen. Aber – wie kann es sein, dass wir dadurch nicht mehr Mitglieder werden? – Nein, ausgetreten ist niemand. Ganz einfach: Es gibt jetzt drei „Spouljonges“ weniger.

Um das Rätsel zu erklären:

Die Hierarchie bei Creinvelt kennt drei Stufen. So wie in den Handwerksberufen: Azubi, Geselle, Meister. Bei uns heißen sie: interessierter Gast, Spouljong und Ratsherr.

Was ein Spouljong ist? Dä Spouljong ist ein Spuljunge, ein Weberlehrling. Spouljonges bei Creinvelt sind jenseits der 20, manchmal auch jenseits der 60. Das Lebensalter ist ja nicht entscheidend, sondern das Alter beim Eintritt in unsere Brauchtumsgesellschaft. In der Regel dauert es dann zwischen drei und fünf Jahren bis zur Meisterprüfung, um in den „erlauchten Kreis“ der Ratsherren aufgenommen zu werden.

Im Mai trifft es nun die drei (jüngeren) Spouljonges Dominik, Maximilian und Simon. Das alles wird vor den kritischen Augen und Ohren des erweiterten Vorstandes, der übrigen Ratsherren und der geladenen Gäste geschehen. Um ein geregeltes Lampenfieber und ein paar zügige Pils vorweg kommen die Kandidaten nicht herum.

Danach fassen alle Entscheidungsträger der Gesellschaft einen Beschluss: Daumen hoch? Also: Neuer Ratsherr? – Oder noch ein Jahr als Lehrling weiter machen?

Auch das kann sein … ist im Vertrauen gesagt, aber nur sehr selten vorgekommen. Meistens fällt die Entscheidung recht schnell, wird jedoch erst später verkündet, um den Anwärtern die Chance auf ein paar Beruhigungsbiere zu geben.

Was dann folgt, ist ein einzigartiges Ritual: Das Versprechen auf Uhu, den Weisen. Uhu, unser Wappentier, thront oben auf einer Glocke, die unser Gründungsmitglied und späterer Präsident Atti Hüttemann im Jahre 1937 seiner Gesellschaft schenkte.

Dabei legen die (Noch-)Spouljonges und die Vorstandsmitglieder ihre Hände auf unseren Uhu und geben gemeinsam ein Versprechen in Mundart ab, das mit den Worten beginnt:

„Mie-estere, hürt! Ech verspräek Öch no dat:

Ömmer tu sto-ehn för os Kri-ewel, os Stadt!“

Sind sie dann erst mit unseren Insignien, der Ratsherrenmütze und -kette ausgezeichnet, startet die große Gratulationsprozedur quer durch den Saal.

Nä, wat wird dat schü-en! Ein Ritual im Kreise der Creinvelt-Freunde, das die Herzen berührt.

Und nun ein mentaler Gruß an unsere „Meisteranwärter“ Simon Arens, Dominik Schramm und Maximilian Derks: Ihr seid schon mehrere Jahre auf unserer Creinvelt-Bühne aktiv. Mit Dialogen, Bühnenspiel und musikalischen Leckerbissen. Wir alle freuen uns auf Euer Meisterstück. Ich bin sicher: Auch alle unsere Gäste drücken Euch die Daumen. Am Abend des 13. Mai wissen wir mehr. Von Herzen viel Erfolg und ganz viel Freude!

 

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch“ Rupp

Präsident

PS: Jahr für Jahr steht in unserem Sitzungsheft der Text „Os Verspräeke“ (Unser Versprechen). Denn immer dann, wenn in einer feierlichen Stimmung ein Spouljong zum Ratsherr ernannt wird, muss er vor dem Vorstand und der versammelten Mannschaft ein Versprechen ablegen. Seit den Ursprüngen Creinvelts sind diese Zeilen auswendig und in Mundart vorzutragen. Dieses Versprechen an uns und unsere Vaterstadt Krefeld begleitet jeden neuen Ratsherren durch sein ganzes Creinvelt-Leben. Es ist Fundament und Ausrichtung unseres Denkens und Handelns, gleichzeitig auch ein Herzensbedürfnis.

Nun folgt, für alle Freundinnen und Freunde unserer Heimatsprache „Unser Versprechen“ in krie-ewelsch Platt:

 

Os Verspräeke

 

„Mie-estere, hürt! Ech versprä-ek Öch no dat:

Ömmer tu sto-ehn för os Kri-ewel, os Stadt!“

Fließig tu wäeve, et Schöns on et Bä-este,

on ob et Tau kin Minütsche tu rä-este!

Es et no bonk, es et schwatt dat Dessäng,

et wörd jewävt, möt et Hert, möt de Häng.

Ov Bommesien, ov no Sie, ov Kattun,

Kette on Stöcker, Fam, Klüer on Fazun,

wat ech parat mak, mäckt jedem Pläsier,

mäckt os Kantur on os Kri-ewel mar I-ehr.

Mie-estere, wat ech versprä-ek, dat es dat:

Möt Öch tu wirke för Heimat on Stadt!

 

Schlussbemerkung: Wenn Sie diesen Text ebenso wie unsere Kandidaten bis zum 13. Mai auswendig lernen, werden wir Ihnen mit Gewissheit zurufen: „Dat hätt et jedo-en!“ J

 

 

April 2022

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

haben Sie nicht auch Lust darauf, ein wenig Sonne zu tanken und Wärme auf der Haut zu spüren? Auch die bleichen Gesichter freuen sich ja auf die erste Frühjahrsbräune.

Der Frühling ist zwar kalendarisch angebrochen, aber wenn wir uns den April des vergangenen Jahres nochmals vor Augen führen … Da gab es den spektakulären Aprilwinter bei uns am Niederrhein. Alles weiß, alles mit Schnee verhüllt. Der Wind pfiff ums Haus und trieb die tanzenden Schneeflocken vor sich her. Na ja, der April macht halt, was er will.

Ob wir wieder einen Winter im April vor uns haben? Kann sein … muss aber nicht ! – Nein, wir sehnen uns nach Frühlingssonne und einer schönen Färbung unserer Gesichtshaut.

Und schon wandern die Gedanken in unseren Keller im Parkhotel Krefelder Hof. Wieso das? Sie werden es gleich erahnen.

Sie kennen ja den Eingang. Am Ende der Kellertreppe, die von der Garderobe im Parterre zu den Waschräumen hinunter führt, auf der linken Seite.

Und dort, genau hinter dem Kellereingang, bekommen alle Aktiven unserer Gesellschaft eine andere Hautfarbe. Nein, nicht von der Sonne. – Dort arbeitet Rosi, unsere Maskenbildnerin von den Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach, und verpasst uns ganz tolle Masken und Gesichtsfärbungen, die unsere Gäste kurz danach oben auf der Bühne bewundern können.

Rosi Flatten-Akkermann ist eine wahre Künstlerin der Verwandlung. Manchmal lässt sich ja kaum noch vermuten, welcher Creinvelter hinter der fremdartigen „Gesichtsbemalung“ steckt. Ob Punker oder Schwarzwaldmädel – als Profi ist Rosi schon mal vor gar nichts fies …

Nach der Grundierung und den Arbeiten „rund ums Auge“ folgt die typgerechte Ausarbeitung der Gesichtsmasken. „Nach oben an die Decke schauen“ … gibt sie die Anweisung, wenn ein schwarzer Strich unter die Augen gehört, um sie stärker zu betonen. Am Ende folgt dann das Aufsetzen der ausgewählten Perücke. Und damit diese nicht im Spiel oder bei einer Verneigung vom Kopf fällt, wird sie an einem unsichtbaren Band mit mehreren größeren oder kleineren Haarnadeln festgeklammert. Da ist man beim Anpassen schon froh, wenn es nirgendwo zieht und piekst.

Im Stadttheater ist das Alltag. Aber für uns Laiendarsteller jedes Jahr wieder neu. Ja, da sitzt man nun mit Lampenfieber auf diesem Drehstuhl, geht in Gedanken nochmals seine Texte durch, schaut im Spiegel der allmählichen Verwandlung zu, nippt zwischendurch an einem individuellen Kaltgetränk, um sich ein wenig zu entspannen … und kann doch den Adrenalinspiegel nicht ganz nach unten fahren. Rosi geht konzentriert und schweigend zu Werke. Und nach vollendeter Maske schaut sie noch zwei- bis dreimal kritisch über den Hinterkopf in Richtung Spiegel … sieht noch zwei Härchen, die sich der Frisur nicht angepasst haben … korrigiert … Halt, die Lippen brauchen noch einen Nachstrich … Alles bedacht? Wird das Weiß der Scheinwerfer die Farbe auf der Bühne verändern? … Vielleicht doch noch etwas Rouge? – Nein, alles okay. Unsere Maskenbildnerin nickt.

Alle Aktiven sehen sich im Spiegel. Der Auftritt wartet. Schnell noch ein Selfie mit Rosi. Denn am Ende unserer sechs Sitzungen wird keiner mehr so aussehen wie gerade jetzt. Dann fehlen uns Kostüme und Maske für unser Rollen-Spiel.

Wie sagte der frühere Chef-Maskenbildner der Städtischen Bühnen, unser langjähriger Freund und Ratsherr Gustav Meinecke, Ausbilder und Vorgänger von Rosi, nach Fertigstellung einer jeden Maske: „Mehr kann ich für Dich nicht tun. Der Rest muss gespielt werden.

Das galt bei unseren Sitzungen im Januar und Februar.

Jetzt, am Beginn des Monats April, könnte die Sonne unsere Gesichtshaut schon ein wenig einfärben. Und uns wärmen. In diesem Sinne: Möge die Sonne für uns alle die Maskenbildnerin dieses Frühlings sein.

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

P.S.:

Weitere Email-Adressen?!, Änderung Ihrer Kontaktdaten?

Gibt es in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis liebe Menschen, die an Creinvelt interessiert sind, aber unsere Monatsbriefe und Informationen noch nicht erhalten?

Das können wir ändern. Dazu benötigen wir einige Informationen von Ihnen die Sie uns mit dem Kontaktformular auf unserer Webseite übermitteln können.

Gleichzeitig erteilen Sie uns damit Ihr Einverständnis, dass wir Ihre Daten gemäß unserer DSGVO-Datenschutzerklärung  "verarbeiten" dürfen.

Bitte nutzen Sie dieses Formular auch, wenn sich Ihre E-Mail-Adresse, Telefonnnummer oder Anschrift geändert hat. Vielen Dank dafür!

 

 

März 2022

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

„Wir bleiben in Kontakt“ oder „Wir bleiben in Verbindung“, sagen wir öfters beim Abschied nehmen. Darin schwingt die Hoffnung mit, dass wir einander schon bald wieder begegnen mögen. Manchmal heißt es auch einfach: „Man sieht sich!“

Creinvelt hätte schon vor einer guten Woche seine sechste Sitzung beendet. Doch heute, am 1. März, wäre der letzte Tag des rheinischen Karnevals gewesen. Ein Feiertag für alle Frohnaturen. Es hat nicht sollen sein …

Am Ende unserer sechs Sitzungen hätte es geheißen: „Kommen Sie gut durch dieses Jahr und bleiben Sie gesund! Wir verabschieden uns von Ihnen, unseren verehrten Gästen, mit einem dreifach donnernden Heil und … Humpen!“ – Was danach folgt, kennen Sie genau: Unsere Hymne „Kiek, dat es Krie-ewel!“ Und beim dritten Refrain Abmarsch von der Bühne mit allen Aktiven. Um Sie glücklich und zufrieden an der Theke zu treffen.

Man sieht sich … Und wenn es doch noch elf Monate dauert, bis wir uns wiedersehen? Dann bleiben wir gesund und halten es mit dem französischen Philosophen Voltaire, der gesagt haben soll: „Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.“ – Ja, ist das nicht ein irrer Spruch? Voltaire ist zwar schon seit 1778 tot, aber seine Einstellung ist zeitlos. Und gut obendrein.

Vor einigen Jahren las ich eine Überschrift in einem Jahreskalender, die lautete: „Bula Bula Bula“. Das macht ja schon mal neugierig, hat aber nichts mit dem rheinischen Karneval zu tun. Unter diesem Titel war zu lesen, dass viele Bewohnerinnen und Bewohner der Fidschi-Inseln fröhlicher sind als wir. Fremde begrüßen sie mit diesen drei gleichlautenden Worten. Was so viel heißt wie: „Sei willkommen, sei glücklich, wir mögen Dich.“ In Reiseberichten ist häufig von ihrer Herzlichkeit die Rede. Da fragt man sich doch sofort: Woher kommt diese Lebensfreude? Eine Erklärung ist: Sie leben im Vertrauen darauf, auch mit schwierigen Situationen in ihrem Leben gut klarzukommen.

Wir Creinvelter hängen ja an Krefeld. Kaum jemand von uns war also bisher auf den Fidschi-Inseln und hatte deshalb auch keinen Kontakt zu diesen Menschen. Aber seitdem ich diesen Artikel las, fand ich meine Grußform in Briefen („Mit freundlichen Grüßen“) nicht mehr so passend. Oder auch etwas floskelhaft. Wenn mir danach ist, schreibe ich jetzt: „Heitere Grüße!“ Das macht das Herz leicht und zieht die Mundwinkel nach oben.

Bleiben wir also in Kontakt, bleiben wir verbunden. Über unsere Website, über Briefe, über geplante oder spontane Begegnungen.

Und trotz „all demm Uosel“, den ganzen Problemen in der Pandemie: Hören wir doch von Zeit zu Zeit auf den Philosophen Voltaire, wenn er uns sinngemäß sagt: „Froh sein hält gesund.“

Also … Heitere Grüße!

Und natürlich auch im März: 3x „Heil und Humpen!“

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

P.S.:

Weitere Email-Adressen?!

Gibt es in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis liebe Menschen, die an Creinvelt interessiert sind, aber unsere Monatsbriefe und Informationen noch nicht erhalten?

Das können wir ändern. Dazu benötigen wir lediglich die entsprechenden Email-Adressen, die Sie uns bitte senden, und zwar an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Und schon erfahren mehr Menschen Neues und Heiteres von unserer Brauchtumsgesellschaft Creinvelt. So bleiben wir in Verbindung. Danke.

 

 

24.Februar 2022

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

dies ist noch nicht unser regelmäßiger Monatsbrief. Den werden Sie in Kürze, nämlich am Karnevalsdienstag (1. März), erhalten.

Wir möchten die Zeit nochmals um ein paar Wochen zurückdrehen. Am 23. Januar erhielten Sie ein Schreiben mit unserer Bitte um etwas Geduld. Die bezog sich auf die Rückzahlung Ihrer Mitgliedsbeiträge bzw. auf die Zusendung Ihrer Spendenbelege.

Nun zeigen sich einige unserer Gäste darüber enttäuscht, dass die Abwicklung der Rückzahlungen nicht schneller erfolgt. Wir verstehen Ihre Nachfragen, möchten zunächst aber einmal für Entspannung sorgen: Selbstverständlich werden wir alle Einzahlungen, die Sie uns nicht als Spende überlassen haben, auf „Heller und Pfennig“ zurückzahlen.

Nur: in unserem Fall geht es leider nicht so schnell wie erhofft. Die ganze Arbeit regelt der Vorstand. Und der setzt sich zusammen aus einem Oberstufen-Lehrer, einem IT-Fachmann, einem Steuerberater, einem Therapeuten und einem Tierarzt. Und alle (selbst der Lehrer … kleiner Scherz!) arbeiten noch ganztägig. Abends heißt es dann die Balance zu finden zwischen den dringlichen Arbeiten für Creinvelt und einem ausgewogenen Familienfrieden. Das klingt doch verständlich, oder?

Wir bitten also um Ihre Nachsicht, dass wir die Rücküberweisungen nur Schritt für Schritt schaffen können. Äwwer … isset net tröstlich? Dat Jeld kömmt. Jarantiert!

Und wenn wir alle 2023 wieder zusammen sind, treffen wir uns nach den Sitzungen an der Theke oder in der Derby-Bar. Da dürfen wir gerne gefragt werden: „Drenkste ene möt?“ Oder auch: „Jövvste ene uut?!“

In diesem Sinne: Bleiben Sie heiter und guter Dinge.

Mit 3x „Heil und Humpen!“

Dr. Georg Rupp                                                                 Dr. Hermann Schumacher

Präsident                                                                          Vorsitzender

PS: Auch für Ihre Spenden, die wir zu 100 Prozent für soziale Zwecke in Krefeld verwenden werden, erhalten Sie in den kommenden Wochen die entsprechenden Belege. Wir danken Ihnen herzlich.

 

Februar 2022

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

haben Sie auch schon mal einen Cocktail in der Derby-Bar des Krefelder Parkhotels genossen? Oder zwei? Oder drei?

An unseren sechs Abenden bedient dort seit Jahren unser Barkeeper und Creinvelt-Freund Mo – und ihm fallen immer wieder tolle neue Cocktails ein. Deshalb zieht es uns auch an jedem Abend in die Derby-Bar. Oft bis zum frühen Morgen.

Es gibt aber auch einen Cocktail der ganz anderen Art. Eine Mischung aus Lampenfieber, angereichert mit einer Portion Selbstbewusstsein, oft auch einigen Selbstzweifeln, vor allem aber mit Vorfreude. Welcher Cocktail das ist? Der Gefühls-Cocktail eines Creinvelters kurz vor seinem Auftritt.

„Lampenfieber“ …kann das denn sein? Sind wir nicht alle mittlerweile sehr routiniert? – Gut, die Spouljonges lernen ja noch. Aber wir Älteren?

Da denke ich doch gerade an den großen Sänger und Unterhaltungskünstler Udo Jürgens. Von ihm wird berichtet, dass er vor jedem Auftritt – auch mit über 70 Jahren – noch Lampenfieber verspürte. Er sprach offen darüber. Denn ohne dieses innere Kribbeln vor dem Start sind Künstler nicht konzentriert genug. „Lampenfieber“ hat aber nichts mit Versagensangst zu tun. Es bleibt unterhalb dieser Schwelle. Und es verschwindet ja auch schnell – spätestens, nachdem der erste Satz gesprochen, die ersten Töne gesungen sind.

In wenigen Tagen hätten wir unseren ersten großen „Lampenfieber-Termin“ in diesem Jahr feiern können. Denn unsere Premiere war für den 4. Februar vorgesehen. Wie gerne hätten wir dieses Kribbeln verspürt! Wie gerne hätten wir für Sie auf der Bühne des Parkhotels gespielt!

Unser Creinvelt-Motto ist Ihnen vertraut: „2022 – Jeimpft möt krie-ewelsch Platt“. Wenn schon kein Sitzungsheft gedruckt wurde, möchten wir Ihnen aber unser geplantes Titelbild nicht vorenthalten. Sie finden es im Anhang. Idee und Umsetzung stammen – wie jedes Jahr – von unserem Freund Basti Neuwirth. Ist es nicht herrlich, wie er seine Sichtweise auf das „Impfen“ zugespitzt hat?! Hier impft nämlich gerade Meister Ponzelar. Womit? Na, möt krie-ewelsch Platt natürlich:

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Übrigens finden Sie auf unserer Website (www.creinvelt.de) die Titelseiten aller unserer Sitzungshefte seit 1950. Eine schöne Galerie der Zeitgeschichte.

Ja, so ist es mit den Cocktails … Dieses Jahr laufen wir auf Sparflamme. Aber, lieber Mo von der Derby-Bar … mach Dich schon mal auf einen Ansturm gefasst: 2023 stehen wir – wenn es die Abstandsregeln erlauben – in Dreierreihen vor Deiner Theke. Und ich reserviere mir schon mal einen prickelnden, herben Cocktail. Für meine Frau darf es ein wenig süßer sein.

Ach, liebe Leute, wie schön es doch ist, sich in die Normalität hinein zu träumen...  Und Vorfreude bleibt immer eine der schönsten Freuden!

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

Januar 2022


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

ein neues Jahr beginnt. Hätten wir alle nicht gerne gelesen: Endlich ist die Pandemie vorbei?! Doch es scheint, als wären wir in den nächsten Monaten noch nicht über den Berg. So hartnäckig hätten wir das Virus und seine Mutanten nicht eingeschätzt. Da sind Rückschläge unvermeidbar. Wie die Absage unserer Sitzungen in diesem Jahr. Wir alle sagen: Creinvelt ist wichtig. Aber Gesundheit ist unverzichtbar.

Trotz alledem: Ein neues Jahr ist immer auch ein Aufbruch. Ein Bruch mit dem, was war, und ein Willkommenheißen einer neuen Zeit, die uns jetzt wieder 365 Tage begleitet. Weil dieses Jahr 2022 so einladend, aber auch noch so unberührt ist, nehmen wir uns so viel vor. „Neujahrsvorsätze“ werden in Sektlaune geschmiedet. Jetzt soll es aber endlich was werden mit den zwei schmaleren Kleider- oder Anzuggrößen, mehr Sport, mehr Muße und mehr Zeit für eine gute Partnerschaft. Und auf der anderen Seite mit weniger Stress, weniger Aktivität auf facebook oder Instagram.

Wahrscheinlich täte es uns allen gut, unsere „To-do-Listen“ im neuen Jahr mit weniger Notizen zu überfrachten. Und daneben zum ersten Mal eine „Let-it-be-Liste“ zu erstellen. Let it be? – Die könnten wir in Krefeld mit den zutreffenden Worten überschreiben: „Lott et bli-ewe!“ Also alles das aufzuschreiben, was wir in diesem Jahr sein lassen wollen. Was uns nicht mehr die Energie rauben soll. Was ab jetzt einfach geschehen darf … Wenn wir sein lassen, was uns nicht gut tut, können wir uns herumdrehen – und unsere Zeit sinnvoller füllen. Das befreit ungemein und schenkt uns mehr Lebensfreude.

Von Vicco von Bülow alias Loriot stammt der Satz: „Man hat nur Spaß im Leben, wenn man das Kindliche in sich trägt.“ Da kann es doch ein schöner Vorsatz sein, mit 50 oder 70 Jahren wieder einen Drachen steigen zu lassen. Oder in der Fußgängerzone schillernde Seifenblasen zu pusten. Malen mit Seifenblasen geht auch. Also Blubberblasen auf Papier zerplatzen lassen.

Vorsätze platzen ja meistens schon kurz nach Silvester. Wir Menschen sind eben „Gewohnheitstiere“. Und Gewohnheiten lassen sich nicht leicht verändern, weil sie im Gehirn so breite Spuren hinterlassen haben. Da reagieren wir wie die Reptilien: das, was unser Überleben gesichert hat, geben unsere grauen Zellen ohne intensives Training nicht wieder auf.

Ein guter „Neujahrsvorsatz“ wäre sicherlich, sich 2022 etwas von den Kindern abzuschauen: Denn sie lachen pro Tag – statistisch betrachtet – über vierhundert Mal. – Und wir Erwachsene? Im weltweiten Durchschnitt nur noch siebzehn Mal. Da haben wir doch erheblichen Nachholbedarf, oder?

Auch das ist wieder ein guter Grund, die ersten beiden Zeilen eines alten Creinvelt-Liedes zu zitieren: „Wo die Freud sich blicken lässt, haltet allzumal sie fest!“

Ihnen allen von Herzen ein gutes, gesundes und erfülltes neues Jahr!


Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp
Präsident

 

 

28. Dezember 2021

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

es tut uns allen sehr, sehr leid: Auch die Sitzungsperiode 2022 findet nicht statt!

Diesen Brief zu schreiben, fällt uns sehr schwer. Es ist ein langer Brief – bitte lesen Sie ihn bis zum Schluss.

Sie ahnen es schon: Aufgrund der dringenden Empfehlung des Landes NRW können wir leider nicht so, wie wir es uns gewünscht hätten.

Am 11. Dezember hatten wir im Parkhotel eine sehr erfolgreiche „Vorstellprobe“ unseres geplanten Creinvelt-Programms für 2022. Ob Rede, Sketch, Gesang … alles passte zu den Themen dieser Zeit. Vor allem die Freude, die in diesem Jahr leider viel zu kurz gekommen ist, zeigte sich in den Texten und Melodien. Auch viel Schabernack, manches Tiefsinnige, „komische“ Figuren und Rollen hätten wir Ihnen gerne und mit viel Freude präsentiert.

Unser Sitzungsheft war weit gediehen, die Artikel und Berichte fertig. Viele Firmen waren bereit, Werbeanzeigen bei uns zu schalten. Alles lief wie am Schnürchen.

Alles für die Katz! – Alles für die Katz? – Nein, natürlich nicht! Wir bleiben verbunden – durch alle Krisen hindurch. Denn Creinvelt steht auf festem Boden. Wir sind zuversichtlich: Auch eine Jahrhundert-Pandemie kann uns letzten Endes nicht aufhalten. Wir haben einfach zu viel Freude an unserer Gemeinschaft. An unserer – manchmal auch kritischen – Liebe zur Heimatstadt und zum Brauchtum.

Heute bleibt uns nichts anderes übrig: Wir müssen uns der Absage aller Karnevalsvereine im Rheinland, besonders hier in Krefeld, anschließen. Der Saalkarneval fällt aus. Wir können nicht anders, als solidarisch zu handeln. Wenn alle verzichten, gibt es auch für Creinvelt keine Extrawurst. Außerdem: Ihre und unsere Gesundheit steht an erster Stelle. So sind wir zwar traurig, aber auch voller Hoffnung, dass es 2023 für Creinvelt und uns alle weitergeht.

Bis dahin werden wir auch im kommenden Jahr jeden Monat bei Ihnen „vorbeischauen“. Wir melden uns – wie bisher – alle vier Wochen mit einer Email unseres Präsidenten.

Und jetzt zur Regelung Ihres Mitgliedsbeitrags für 2022: Die meisten von Ihnen werden den Beitrag für das kommende Jahr schon eingezahlt haben.

Wir beabsichtigen, Ihre eingezahlten Mitgliedsbeiträge an Sie zurück zu überweisen. Es sei denn, Sie erklären sich bereit, Ihren Beitrag für 2022 spenden zu wollen. Gerne erstellen wir Ihnen in diesem Fall auch eine Spendenbescheinigung. Bitte melden Sie sich hierzu per Post oder durch Schreiben an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! unter Angabe Ihrer Mitgliedsnummer.

Wir hoffen sehr, dass es nun wirklich zum letzten Mal heißt: Rücküberweisung oder Spende?! Bitte entscheiden Sie.

Ein Brief mit einem solchen Inhalt – und das in der Weihnachtszeit. Da bleibt einem das Lächeln im Halse stecken. Dabei ist doch gerade Weihnachten die hohe Zeit der frohen Botschaft von Liebe und Frieden unter den Menschen.

Wir Creinvelter möchten – trotz alledem – unser Lächeln nicht verlieren.

Bitte geben Sie auf sich Acht und bleiben Sie gesund!

Ihnen allen einen guten Übergang in ein hoffentlich gesundes und erfreuliches neues Jahr!

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.:

Herzlichst

Ihr Dr. Georg Rupp                        Ihr Dr. Hermann Schumacher

Präsident                                       Vorsitzender

 

Postanschrift: Creinvelt 1927 e.V., Uerdinger Str. 636, 47800 Krefeld

 
1. Dezember 2021
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde, 
 
es ist Advent. Für viele von uns geht dieses Jahr vom Gefühl her schneller zu Ende als gedacht, geplant, erwartet. Gut, es bleiben noch viereinhalb Wochen. Aber es ist ja wahrscheinlich, dass auch der letzte Monat wie im Flug vergeht.
 
Das Wort „Advent“ leitet sich vom Lateinischen „Adventus“ ab und heißt „Ankunft“. Es ist eine Zeit der Erwartung. Was wir erwarten (vom Leben, von uns und den anderen, von Creinvelt …) ist eine Frage der Perspektive und unserer Gewohnheiten. 
 
Advent ist für viele Menschen keine geruhsame Zeit, sondern eher das Gegenteil: Stress, manchmal sogar Hektik. Gepaart mit der Angst, eigenen und fremden Erwartungen nicht gerecht zu werden. Da wollen Weihnachtswunschlisten abgearbeitet, Familienfeste geplant werden. Und alles soll im Glanz eines perfekten Festes münden.
 
Die Fußgängerzonen und Geschäfte sind überfüllt, die Stimmung ist oft angespannt. Wenn Sie einmal testen wollen, was Erlösung nicht bedeutet, dann stellen Sie sich doch einfach mal eine Zeitlang an das obere Ende einer Rolltreppe im Kaufhaus – und beobachten die Menschen, die gerade zu Ihnen hoch rollen … Von Besinnung und innerem Frieden ist in den meisten Augen – oberhalb der Maske – wenig zu spüren.
 
Der Advent sollte uns aber auch nicht verloren gehen: Der Ort der (in diesem Jahr eingeschränkten) Weihnachtsmärkte, des Glühweindufts. Und die Zeit des Plätzchenbackens, der gemeinsamen Lieder. Vor allem aber auch: Eine Zeit, um sich an die eigene Kindheit zu erinnern. An die Adventslichter der Kinderjahre.
 
Wahrscheinlich ist es hilfreich, unsere eigenen Erwartungen zu hinterfragen. Das ist auch bei uns Creinveltern der Fall. Wir gehen in ein sehr unübliches Jahr unseres Sitzungsgeschehens. Wie man so treffend sagt: Es gibt keine Blaupause dafür. Ein Jahr mit einer „2G-Regel“ (vielleicht sogar 2G+) gab es noch nie. Und erst sehr spät konnten wir überhaupt die Entscheidung zugunsten unserer Veranstaltungen treffen. Entsprechend ist die Zeit für unsere Proben, für Prolog und Finale, enger geworden. Doch keine Sorge: Wir geben unser Bestes. 
 
Allerdings arbeiten wir an unseren eigenen Erwartungen: Wir müssen nicht perfekt sein. Gerade nicht unter diesen Corona-Bedingungen. Wie sagte unser verstorbener Ehrenvorsitzender Hanns Kockers schon vor vielen Jahren: „Wir sind Creinvelt. Wir sind nicht gut genug für die Bühne des Theaters. Aber zu gut für die Bühne des normalen Karnevals. Wir sind nicht perfekt, aber einzigartig. Alles mit eigenen Kräften zu schaffen – das machen uns nicht viele Vereine nach!“
 
Recht hatte er. Und deshalb reichern wir unsere Erwartungen mit sehr viel Vorfreude an. Wir freuen uns nicht nur auf Weihnachten und das Kind in der Krippe. Wir freuen uns auf ein (hoffentlich) gesundes und fröhliches Wiedersehen mit Ihnen. Und sollten Sie einem aktiven Creinvelter mit humorvoll blitzenden Augen auf der Rolltreppe im Kaufhaus begegnen … dann können Sie sicher sein: Der freut sich schon auf Ihren Februar-Applaus am Ende seines Vortrags auf unserer Creinveltbühne. Das würde ich zumindest von ihm erwarten. 
 
 
Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.: 
Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp
Präsident 
 

November 2021

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

heute möchte ich eine Lanze für St. Martin brechen. Oft scheint es ja so, als habe Halloween in den letzten Jahren alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Und wenn ich erst an all den Schrott denke, der im November im Emailfach landet … Jetzt auch noch „Cyber countdown mit Gutschein-Code und Geschenk-Karte extra.“ Und vor allem: „Black Friday“. Ein friedvoller Freitag wäre mir lieber.

In diesem Jahr werden wieder St. Martinszüge stattfinden. Zwar unter Corona-Bedingungen kleiner und bescheidener, aber sie werden an den Wert des Teilens und die Verbundenheit mit den Schwachen der Gesellschaft erinnern.

Ein berührendes Erlebnis verdanken wir AKKU, der Aktion Kunst und Kultur im Unterricht. Vor einigen Jahren lud AKKU Schülerinnen und Schüler der Krefelder Grundschulen in die Kirche St. Martin(!) in Krefeld zu einem fröhlich-besinnlichen Lichterfest ein. Alle brachten ihre selbst gebastelten Fackeln mit. Verschiedene Klassen hatten Lieder und Gedichte vorbereitet.

Bei einer Aufführung sang die Gruppe eines vierten Schuljahres das alte St. Martins-Lied „Loop, Müller, loop …“. Vornean stand ein Mädchen aus Syrien. Sie sang ganz toll, was auch Krefelder Mundartpfleger staunend anerkannten. Auf die Frage, wie sie sich unsere Mundart habe merken können, antwortete sie: „Ich hab mir von unserer Lehrerin, der Frau Teichmann, zunächst den Text ins Hochdeutsche übersetzen lassen. Danach habe ich ihn mir selbst in meine syrische Heimatsprache übersetzt, um den Sinn zu verstehen. Anschließend war es nicht schwer für mich, die Mundart zu lernen.“ – Später setzte sie ihren Schulweg auf dem Gymnasium erfolgreich fort. Ist das nicht eine berührende Geschichte?!

(Kennen sie noch den Refrain dieses alten Liedes aus der St. Martinszeit?

Wie do löpst, wie do löpst, / Follemente möt de Schöpp, / Schopp on Schür öwerhop, / loop, Müller, loop!)

 

Ein alter Mann erinnert sich an St. Martin

1979 für ein Creinvelter St. Martinsfest geschrieben

 

Dramaturgie: Ein älterer Mann steht am Straßenrand und begleitet den St. Martinszug mit teils heiterem, teils wehmütigem Blick. Plötzlich drückt ihm ein Junge mit den Worten „Opa, halt mal!“ seine Laterne in die Hand – und verschwindet. Der alte Mann erinnert sich sehnsuchtsvoll:

 

Wie bin ich früher gern gezogen zur Martinszeit von Haus zu Haus. / Wenn ich sie hör, die alten Lieder, möcht ich am liebsten mit hinaus. /

 

Wir haben sie noch selbst gebastelt, die Martinsfackeln Jahr für Jahr. / Freud und Stolz in Kinderaugen, wenn sie dann strahlten hell und klar. /

Wenn ich im großen Martinszuge inmitten unsrer Klasse ging, / dann hoffte ich, dass manches Auge an mir und meiner Fackel hing. /

 

Ja, lang ist‘s her – und doch wie gestern: Ich sang mit Günter, Rainer, Heinz. / Das Süße kam in eine Tüte, und keiner sagte: „Das ist meins!“ /

 

Nur wenn wir schon beim dritten Lied war’n, und niemand öffnete die Tür, / obwohl das Licht im Hause brannte, dann sangen lauthals alle vier: /

 

„Dat Huus, dat sti-eht op i-ene Pinn,

dooe wooehnt ne alde Jitzhals dren.

Jitzhals – Langehals,

morje moss do sterve!“

 

Oft zogen im Laternenscheine wir durch die Stadt – und reicht der Mut, / dann gingen wir auch in Geschäfte und sangen dort – schief, laut und gut! /

 

Wir freuten uns an Süßigkeiten, und jedes Bröcksken wurd gezählt. / Und manchmal gab’s auch einen Groschen – das war der Himmel auf der Welt! /

 

Wenn ich auf diese Fackeln sehe, dann fühl ich mehr als Nostalgie. / Denn das Geschehen um St. Martin erfüllt mich tief mit Sympathie!

 

Vielleicht seh‘n wir uns bald schon wieder. Für heute ist es ja genug. / Ihr fragt, wo wir uns treffen könnten? Na, wo denn schon? – Beim Martinszug

 

Viele bunte Lichter wünscht Ihnen im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

Oktober 2021

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

Jetzt ist es „amtlich“: Wenn nicht alle Stricke reißen, werden wir uns im Februar des kommenden Jahres wiedersehen können – bei unseren sechs Veranstaltungen im Krefelder Hof.

Wir kommen aber nicht daran vorbei: Wir werden Ihre Nachweise für die „2 G-Regelung“ (geimpft, genesen) benötigen. So ist das in diesen Zeiten. Es geht nicht anders. Denn wir wollen Sie und uns selbst bestmöglich schützen. Damit wir endlich wieder feiern können.

Feiern – das kann Creinvelt schon seit 94 Jahren. Im letzten Brief erinnerte ich an unsere verstorbenen Creinvelt-Freunde Jacky Gröpel und Peter Ross. Viele von Ihnen haben sie noch gut gekannt.

Was Sie manchmal aber nicht mitbekommen, ist der stille Bühnenabschied verdienter Creinvelter. Ich denke da zum Beispiel an unseren Freund Ortwin Dühring.

Kurz bevor ich zu Creinvelt kam, stand Ortwin schon als junges Talent auf unserer Bühne. Das war Mitte der 1970er Jahre. Seine „Tante Emma“ vom gleichnamigen Laden an der Ecke war sein Durchbruch. Staunend hörte ich sein unfassbares Platt, unsere Krefelder Mundart. Er plauderte von den Menschen, die den „Tante-Emma-Laden“ betraten, um dort ein Glas mit Lakritzlösung zu trinken. (Op krie-ewelsch: „Hosskockswaater“). Mit Strohhalm selbstverständlich. Um den Schaum durch das Röhrchen hochziehen zu können. „Schümke trekke“ nannte das unser Ortwin. ‚Woher weiß der nur solche Begriffe?‘, und: ‚Wie unglaublich gut ist der denn!‘, schoss es mir durch den Kopf. Ja, ist das nicht toll? Das kann nur Mundart!

Wissen Sie noch, was „Schümke trekke“ bedeutet? Na klar: „Schaum saugen“. Nachzulesen im Wörterbuch von Heinz Webers.

Ortwin Dühring war lange Jahre ein Ass auf unserer Kleinkunstbühne. Wer erinnert sich nicht an seinen Geisterfahrer, an die Tenniskönigin Doris Decker oder an seinen größten Erfolg, die Verkörperung von „Queen Mum“?!

Auch Ortwin konnte nicht gebührend und mit stehendem Applaus verabschiedet werden. Wir hofften ja immer, dass er „et nochmal macht“.

So gehen der eine oder andere von uns still in den Brauchtums-Ruhestand. Daran wollte ich heute erinnern. Und eine Lanze brechen für die vielen Freunde in den letzten Jahrzehnten, die einen großen Beitrag zu nunmehr 94 Jahren Creinvelt geleistet haben. Sie sind uns treu geblieben – ganz im Hintergrund. Und alle freuen sich und sind stolz auf unseren „Nachwuchs“. Die Spouljonges, die unser Erbe antreten und bewahren werden.

Was aber wären wir ohne Sie? Ihre Treue zu uns und zum Krefelder Brauchtum ist die Basis unseres Erfolgs. Dafür sind wir Ihnen von Herzen dankbar.

Kommen Sie zu uns, wenn es im Februar 2022 wieder heißt: „3x Heil und Humpen!“

 

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.:

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

September 2021

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Creinvelt-Freundinnen und -Freunde,

Ist der September ein schwieriger Monat? – Eigentlich nicht. Für uns Creinvelter ist er allerdings ein „Brückenmonat“. ‚Wieso der September‘?, fragen Sie sich vielleicht. Nun, in den sechs Monaten zwischen März und August sind wir nicht wirklich gefordert. Wir „müssen“ nicht kreativ sein. Wir können Ideen sammeln, wenn sie uns zufallen. Wie das Wort „Zufall“ schon beschreibt: Es fällt zu, was fällig ist.

Doch ab Oktober wird es ernst. Also nicht wirklich „ernst“, aber ab jetzt gilt es. Unsere Vorbereitungstreffen starten im Parkhotel Krefelder Hof. Sonntags um 11 Uhr.

Und deshalb ist der September für uns ein Übergangsmonat: Unsere Erleichterung am Ende unserer sechs Sitzungen im Februar, gepaart mit dem Gedanken: „Dat hätt et jedo-en!“ liegt ein halbes Jahr zurück. (Jetzt, durch Corona, ausnahmsweise eineinhalb Jahre.) Und nun, im September, stehen wir einen Monat lang zwischen gestern und morgen, zwischen Erfolg und Neustart. Schon bald werden wir alles daran setzen, für Sie ein buntes und niveauvolles Programm aufzustellen. Am 10. Oktober geht es los.

Wir älteren Creinvelter erinnern uns: Vor einigen Jahrzehnten, in den 1970er und 1980er Jahren, sah die Vorbereitungsphase noch ganz anders aus. Unser bestes Pferd im Stall, der herausragende Kabarettist Jacky Gröpel, begann seine humorvollen und feinsinnigen Reden erst nach Weihnachten zu schreiben. „Vorher fällt mir nichts ein“, sagte er achselzuckend. Aber: „Et hätt ja noch jedo-en!“

Ich erinnere mich auch an eine Generalprobe drei Tage vor der Premiere (die einzige gemeinsame Probe, die wir damals überhaupt hatten), auf der unser Komödiant Peter Ross entschied, seine geplante Rede wieder einzustampfen. „Ich hab mir gerade überlegt … ich mach den Willy Brandt!“ Und so begann er aus dem Stegreif die Rolle des damaligen Bundeskanzlers zu persiflieren. Drei Tage vor der ersten Sitzung stand er also in der unverkleideten „Bütt“, setzte eine große, dunkle Hornbrille auf – und wieder ab, räusperte sich … und sprach mit der Brandt’schen Reibeisenstimme: „Liebe Genossinnen, liebe Genossen!“ Mindestens zehn Mal. Brille auf, Brille ab. Mehr Text gab es noch nicht.

Trotzdem kam er ins Programm. Wir waren ja noch nicht so viele Aktive, und die meisten von uns mussten 3-4 Mal auf die Bühne, um das Programm zu füllen.

Drei Tage später die Premiere: Unser Peter setzte die große, dunkle Hornbrille auf – und wieder ab … und sprudelte einen Text hervor, der Begeisterungsstürme auslöste. – Ehrlich gesagt: Wir wurden nie schlau daraus, ob er in den drei Tagen überhaupt einen Text geschrieben hatte … „Äwwer dat hätt et klasse jedo-en!“

Dieses Risiko gehen wir heute nicht mehr ein. Und deshalb ist der September der „Brückenmonat“ zu unseren Kreativ- und Übungswochen.

Schiefgehen kann es eigentlich nicht. Gemäß unserem neuen Motto sind wir ja alle „Jeimpft möt krie-ewelsch Platt!“

 

Im Namen aller Aktiven der Gesellschaft Creinvelt 1927 e.V.:

Ihr Dr. Georg „Schorsch" Rupp

Präsident

 

 

 

Pressemeldungen

 

Rheinische Post vom 03.02.2020:

 

Westdeutsche Zeitung vom 03.02.2020: